Kabisch

1929 folgte ein Aufsatz von General Kabisch der während des Ruhraufstands die im westlichen Ruhrgebiet stehenden Truppen kommandierte. Kabisch schildert Vorgeschichte und Verlauf der Belagerung Wesels durch die Rote Armee und vergleicht sich – nicht gerade bescheiden – mit Gneisenau in Kolberg . 1934 führte er in einer nationalsozialistischen Militärzeitschrift das Thema des ersten Aufsatzes breiter aus, schloß mit einem bemerkenswerten Nachwort, in dem es heißt:

  • Damals kämpften wir, um Deutschland vor den Schrecken des Sowjetismus zu bewahren, ohne Begeisterung für die Regierung, die selbst marxistisch zersetzt war, in dem Gefühl, daß aus dem Kampfgeist des alten Heeres der Kriegsjahre der Wiederaufstieg Deutschlands heraus geboren werden müsse…. aber es fehlte noch viel, ja es fehlte noch alles zum Gedanken der Volksgemeinschaft,…. Nur mit der Waffe konnten wir damals für Deutschlands Fortbestehen kämpfen, konnten wohl eindämmen, aber nicht heilen. Die Heilung von innen heraus zu bringen, dazu bedurfte es erst der Wiedergeburt „aus Geist und Feuer“, wie sie uns Adolf Hitler schenkte.“

Das schrieb General Kabisch 1934, und wir werden sehen, daß er die historischen Linien durchaus richtig zog, daß er die Tradition der im Deutschland der Nachkriegszelt kämpfenden Truppen zu Recht für den Nationalsozialismus reklamierte. 1934, 1935 usw., das waren die Jahre, in denen die Militärs, ob Führer oder Mannschaftsmitglied, zur Feder griffen und in einer Sprache, die tief blicken läßt, noch einmal ihre Siege über die „Spartakisten“, „Bolschewisten“, die Plünderer, Zuhälter, Nichtstuer, Räuber und Mörder, die Verbrecher und Hochverräter – in Wirklichkeit also über die Arbeiter – feierten.

Einer der wichtigsten Schreiber: der ehemalige Adjutant des Freikorps Lichtschlag, einer im ganzen Ruhrgebiet gefürchteten und gehaßten Söldnertruppe, Leutnant Mahnken , später Studienrat (man kann sich seinen Unterricht vorstellen).- In diesem Reigen mochte auch General Watter nicht fehlen; er schrieb einen Gedenkartikel, in dem er warme Wotte für seine Truppen von 1919/1920 fand und nebenbei Severings Buch „tendenziös selbstlobend“ nannte.

( Erhard Lucas : Märzrevolution im Ruhrgebiet , Band I )

Kommentare sind geschlossen.