Todesurteil gegen Wilhelm Granek , Bergmann

Kapp-Putsch | | 1920

Bottrop, d. 6.4.1920 – Urteil des Standgerichts des Sturm-Batl III , Marine Brigade Loewenfeld gegen den Wilhelm Granek , geb. am 24.12 1888 zu Nieder-Lasisk Ober-Schlesien .  Granek ist durch eigenes Geständnis überführt, daß er zwischen dem 22. u. 25 .März eine nach seiner Angabe noch waffenlose Abteilung, von etwas 20 Mann zur Gefechtsfront nach Dinslaken gebracht hat, und daß er mehrere Tage bei der Gefechtsleitung gewesen ist. Seine Aussagen, daß er sich dort nur als Zuschauer aufgehalten habe , ist unglaubwürdig. Aus seiner Vergangenheit geht hervor, daß es nicht seine Gewohnheit ist, bei solchen Anlässen die Rolle des Zuschauers zu spielen. Das Standgericht erkennt auf Todesstrafe. 

Die „Richter“ : Mayrhofer , Kapitänleutnant , Stein , Unteroffizier , Gloikner , Trp.Hzr.
Das Urteil ist sofort zu vollstrecken , v. Arnauld –

Bezüglich des Granek bzw. Granik findet sich im Archiv noch ein handgeschriebenes Verhandlungsprotokoll mit folgendem Text: 

  • Verhandlung ( Bottrop , 6. April 1920) 

    Weiter wird vorgeführt und der Verhaftete gibt auf Befragen folgende Antworten:
    Name Granik, Alter 31 Jahre, Beruf Bergmann, Letzter Arbeitstag 19. März 20
    Betreffs Zugehörigkeit zur roten Armee sagt er aus, am 22. bis 25. mit dieser an der Front gewesen zu sein. Er trug als Abzeichen rote Binde, Waffe hatte er noch nicht, da zur Zeit keine zur Verfügung standen und er sich die Sache nur habe ansehen wollen. Löhnung habe er nicht bezogen, da kein Geld da war und er keins verlangt habe. –

    „Ich bin in Oberschlesien bei Mysiowitz geboren und spreche polnisch und deutsch.
    Im Industriegebiet bin ich seit 1913.

    Unterschrieben von Wihelm Granek 
    und von Hollack , Kptlt. u Ger Offizier des 5. Mar.Reg.

    Das Protokoll ist jedoch durchgestrichen –
    am Rande ist vermerkt: „erledigt, erschossen.“

Quelle Militärarchiv Freiburg RM 122 – zitiert nach “ Loewenfeld-eine Dokumentation „