Proletarier! Hand- und Kopfarbeiter! (Spandau)

Kapp-Putsch | 1920

Proletarier! Hand- und Kopfarbeiter!

Zur Abwehr des Militärputsches hat sich das Spandauer Proletariat geeinigt. Die drei sozialistischen Parteien haben gemeinsam beschlossen. die schärfsten Abwehrmittel in Anwendung zu bringen.

Der Generalstreik muß restlos durchgeführt werden. Kein Betrieb darf laufen, solange die Militärdiktatur der Ludendorffe herrscht. Heraus aus den Betrieben! Lahmlegung des gesamten Wirtschaftslebens! Kein Rad darf sich drehen, keine Hand darf sich rühren! Kein Hand- und Kopfarbeiter darf der Militärdiktatur helfen! Es gilt Sein oder Nichtsein!

Proletarier, nur eure Einigkeit kann dem Sozialismus zum Siege verhelfen! Nimmer wanken, sondern restlos ausharren ist unsere Parole!  Versammlung heute mittag 12 Uhr auf dem Marktplatz. Erscheint in Massen.“

Arbeiter, die dieses Flugblatt verbreiteten, wurden sofort von der Klassenjustiz strafrechtlich verfolgt, wie z. B. der Arbeiter Bruno Sommerfeld (vgl. StadtA Berlin , Nr. 18734 Magistrat Spandau , Bl. 348).
Über die Kämpfe des Spandauer Proletariats vgl. Finker, Kurt, Die Niederschlagung des Kapp-Putsches im damaligen Regierungsbezirk Potsdam . Ein Beitrag zur Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung. Hg. Kommission zur Erforschung der Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung bei der Bezirksleitung der SED Potsdam, (Potsdam 1960), S. 37–38.
Spandau , vermutlich 13 / 14. März 1920 StadtA Berlin , Nr. 18734 , Magistrat Spandau , Bl. 351 – Unterzeichnet von der KPD , USPD , SPD – Flugblatt in Arbeitereinheit rettet die Republik –