Plünderungen in Berliner Warenhäusern

Schon am Vormittag des 3. März 1919 hatten schwerbewaffnete Söldner in den Straßen des Zentrums provoziert. Es gab Menschenansammlungen in der Neuen Schönhauser-, der Weinmeister-, der Brunnen- und der Invalidenstraße. Provokateure inszenierten gegen Abend die Besetzung einiger Polizeiwachen.

Zwischen 19 und 20 Uhr wurden die Warenhäuser Tietz und Wertheim am Alexanderplatz von zweifelhaften Elementen gestürmt und geplündert. Dagegen ging die Republikanische Soldatenwehr vor, der von der Kommandantur die Sicherung des Alexanderplatzes übertragen worden war.

Für Noske waren diese Plünderungen der gesuchte Vorwand, um für den nächsten Morgen den militärischen Angriff auszulösen. Noske befahl die Besetzung Berlins. Am Morgen des 4. März zogen die Truppen des Generalkommandos Lüttwitz in Berlin ein, die bereits am 2. März in Alarmbereitschaft versetzt worden waren.

Illustrierte Geschichte der Novemberrevolution, S. 362