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Berlin

Ereignisse mit Bezug zu Berlin

Regionen und Orte Berlin + Brandenburg

  Eine lebensgefährliche Bedrohung für die Weimarer Republik

(Der Militärputsch vom 13. März 1920)

Der Militärputsch vom 13. März 1920 war eine lebensgefährliche Bedrohung für die junge Weimarer Republik. Der politische Kopf der Putschisten, der rechtsradikale Politiker Woifgang Kapp, hatte ein Programm, das auf eine Kanzlerdiktatur, die Entmachtung der Parteien und den Einbau aller Verbände einschließlich der Gewerkschaften in einen autoritären Korporativstaat hinauslief. Das Unternehmen einmal in Gang gesetzt, konnten die Putschisten hoffen, daß die Dynamik von Putsch und Bürgerkrieg das Militär in die politische Schlüsselposition bringen würde. Wenn sie gesiegt hätten, wäre ein politisches System nach Art von Franco-Spanien die Folge gewesen.

  Absetzung von Senat und Bürgerschaft

(14. November 1918 Rede von Henke)

Kameraden und Genossen! Wir sind hier zusammengekommen, um einen sehr wichtigen Schritt zu tun. Der außerordentlichen Sache entsprechend, haben wir dieses Lokal gewählt, in dem oftmals Gesetze gemacht und politische Handlungen vollzogen worden sind, mit denen wir nicht zufrieden sein konnten. Heute abend werden wir nun eine Handlung vollziehen, mit der, wie wir hoffen, alle diejenigen zufrieden sein werden, die an der Wendung der Dinge ihren Gefallen gefunden haben.

  Tarifvertrag 1918

(Donnerstag, 14. November 1918)

In einem ersten Abkommen vom 14. November erreichten die Bergarbeitergewerkschaften vom Zechenverband u. a. die Achtstundenschicht einschließlich Ein- und Ausfahrt. Bisher hatte die Arbeitszeit auf den Ruhrzechen unter Tage acht Stunden ausschließlich Ein- und Ausfahrt betragen. Angesichts der Tatsache, daß inzwischen eine Revolution stattgefunden hatte, war eine Verkürzung der Arbeitszelt um durchschnittlich eine halbe Stunde (für die Ein- und Ausfahrt) nicht gerade beträchtlich - ganz abgesehen davon, daß die Revolution bedeutendere Ziele, voran die Sozialisierung der Betriebe, auf die Tagesordnung gesetzt hatte. Außerdem hatte die Berliner Revolutionsregierung bereits zwei Tage zuvor die generelle Einführung des Achtstundentages dekretiert; da die Bergarbeitergewerkschaften jetzt nicht mehr herausholten, verloren die Bergarbeiter den traditionellen Ausgleich für die Schwere ihrer Arbeit, die kürzere Arbeitszeit im Vergleich mit den übrigen Industriearbeitern.

  Hamborner Forderungen

(Samstag, 28 Dezember 1918)

Am 18. Dezember traf der Linkssozialdemokrat Ströbel , einer der beiden Vorsitzenden der preußischen Revolutionsregierung, aus Berlin im Revier ein, um die Streikbewegung durch Verhandlungen beizulegen. In einer großen Konferenz in Mülheim unter Ströbels Vorsitz gestand die Thyssen-Direktion ihren Belegschaften eine einmalige Zahlung von 100—200 Mark pro Bergmann sowie von 25 Mark für jedes Kind unter 14 Jahren zu, Jedoch nicht - und auf diese Interpretation legte die Direktion Wert - als Teuerungszulage, die die Belegschaften gefordert hatten, sondern als teilweise Entschädigung für den durch den Streik entstandenen Lohnausfall. Voraussetzung der Zahlung sei jedoch, daß ab 1. Februar 1919 die Achtstundenschicht voll verfahren werde. Gegen diese Klausel erhob sich in Hamborn bei einer Minderheit der Bergleute Widerstand. Die Mehrheit nahm jedoch das Abkommen an und beschloß, den Streik zu beenden.

  Nosketruppen schlagen Aufstand in Berlin nieder

(Sonntag, 5. Januar 1919)

Am 5. Januar 1919 machten die Linksradikalen (in Berlin) im Anschluß an eine Riesendemonstration für den von der Regierung abgesetzten unabhängigen Polizeipräsidenten von Berlin einen halbherzigen Versuch, die Regierung zu stürzen:. Getragen wurde das Unternehmen von den revolutionären Obleuten, einem In der Kriegszelt gebildeten Kreis revolutionärer Gewerkschaftler der Berliner Metallindustrie — parteipolitisch Linksunabhängige und Anhänger des reinen Rätesystems -, und von Liebknecht und Pieck von der KPD - Zentrale. Der Mißerfolg des Unternehmens stand in kürzester Zeit fest. Doch Noske sah die Gelegenheit, die linksradikale Arbeiterbewegung niederzuschlagen.



123 Beiträge zu Berlin im Archiv (25 Seiten, 5 pro Seite)

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Aus (oder in) Berlin starben während der Revolution 1918/1919:

 Berthold Peters ()
 Biedermann (Paul Biedermann)
 Biertümpel (Theodor Biertümpel)
 Bonczyk (Jakob Bonczyk)
 Brandt (Paul Brandt)
 Bursian (Ernst Bursian)
 Dehn (Kurt Dehn)
 Deubert (Otto Deubert)
 Ferbitz (Willy Ferbitz)
 Fernbach (Wolfgang Fernbach)
 Galuska (Hans Galuska)
 Göppe (Robert Göppe)
 Gottschalk (Hans Gottschalk)
 Grubusch (Karl Grubusch)
 Härder (Walter Härder)
 Handwohl (Baruch Handwohl)
 Hauschild (Otto Hauschild)
 Heise (Walter Heise)
 Hintze (Alfred und Anton Hintze)
 Hinze (Hermann Hinze)
 Jacobowsky (Walter Jacobowsky)
 Kanneberg (Otto Kanneberg)
 Kluge (Erich Kluge)
 Kuhle (Willy Kuhle)
 Kurt Friedrich ()
 Lewitz (Martin Lewitz)
 Lietzau (Herbert Lietzau)
 Maszterlerz (Max Maszterlerz)
 Max Kutzner (Kutzner)
 Möller (Werner Möller)
 Mörbe (Ernst Mörbe)
 Piontek ()
 Pobantz (Karl Pobantz)
 Rösner (Paul Rösner)
 Schulz (Siegfried Schulz)
 Ulbrich (Paul Ulbrich)
 Werner (Otto Werner)
 Werner Weber ()
 Zieske (Karl Zieske)
 Zühlsdorf (Gustav Zühlsdorf)


Aus (oder in) Berlin starben im Kampf für die Weimarer Republik nach dem Kapp-Putsch vom März 1920:

 Adolf Schön ()
 August Gerber (Gerber)
 Bieler (Walter Bieler)
 Bieneck (Paul Bieneck)
 Böhme (Alexander Böhme)
 Bölke (Wilhelm Bölke)
 Breschke (Karl Breschke)
 Bugiel (Max Bugiel)
 Erich Wieder ()
 Futran (Alexander Futran)
 Gurth (Max Gurth)
 Gutsche (Otto Gutsche)
 Heinrich (Georg Heinrich)
 Heym (Guido)
 Kujawa (Peter Kujawa)
 Lawine (Alfred Lawine)
 Mattheka (Friedrich-Paul Mattheka)
 Max Karl ()
 Nelte (Karl Nelte)
 Netzband (Otto Netzband)
 Otto Müller ()
 Purrmann (Fritz Purrmann)
 Saeger (Otto Saeger)
 Sattler (Fritz Sattler)
 Schütz (Georg Schütz)
 Seelisch (Paul Seelisch)
 Strube (Karl Strube)


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1920 - die CD:

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