Standgerichte

| 1920

 

Die durch Notverordnung des Reichspräsidenten legalisierte Standgerichtsbarkeit der Truppe, die mit einer von Ebert mit rückwirkender Kraft bestätigten Verordnung des Generals von Stoltzmann vom 13. März 1920 – erster Tag des Kapp-Putsches! – begonnen hatte und deren Abgrenzung zum schlichten Mord ohnehin in vielen Fällen flüssig war, setzte sich auch nach ihrer Aufhebung in einer Reihe willkürlicher und formloser Erschießungen fort, die nie eine Sühne gefunden haben. Der Abgeordnete Ludwig legte dem Reichstag am 29. Juli 1920 eine Liste von über 200 erschossenen Personen vor. ( in Erhard Lucas : Märzrevolution , 1970)


"Standgerichte" im Archiv:

  • Die grösste Aufstandsbewegung seit den Bauerkriegen
    Das Ereignis, das von Historikern heute als “größte Aufstandsbewegung, die es in Deutschland seit den Bauernkriegen des 16. Jahrhunderts gegeben hat”, gewertet wird, flackerte auf unmittelbar nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, erreichte seinen Höhepunkt in der Abwehr des Kapp-Putsches und brach in den Ostertagen des Jahres 1920 zusammen. Eine gerechte Bewertung in den Geschichtsbüchern […]
  • Erschiessungen von Arbeitern
    Während des Kapp-Putsches hatte der mit den Hochverrätern verbündete General von Lettow-Vorbeck die verfassungsmäßige mecklenburgische Regierung verhaften lassen und zur Terrorisieren der streikenden Arbeiterschaft auf Grund von Befehlen des Hochverräters General von Lüttwitz in Mecklenburg Standgerichte eingesetzt, denen republiktreue Arbeiter zum Opfer fielen. Kapp hatte verordnet: Die Rädelsführer, die sich der in der Verordnung zur […]
  • Freikorps morden im Ruhrgebiet
    Hagen, den 6. April, mittags 12 Uhr (Teleph. Bericht) : Im Ruhrgebiet herrscht der weiße Schrecken. Die angekündigte “Polizeiaktion” scheint sich in einen planmäßigen Rachefeldzug der Generäle zu verwandeln. Die Militärs handeln selbständig, ohne sich irgendwie um die Weisungen der Regierung zu kümmern.(…) Der Kommandant des jüngst geschlagenen Freikorps Schulz hat dem Berichterstatter des holländischen […]
  • Kampf gegen die Militärdiktatur
    Erich Ludendorffs 18. Brumaire, Militärdiktatur oder Proletarierdiktatur? In der Auslieferungskrise sagten wir euch, die Regierung Ebert-Bauer sei nur noch ein Schmutzfleck an den Rockschößen der Ludendorff und Lüttwitz . Die Ludendorff-Lüttwitz haben mit einer Handvoll Baltikumern den lästigen Schmutzfleck abgeschüttelt. Es sind dieselben Baltikumer, die die Regierung in den Kampf gegen Sowjetrußland geschickt hatte, die […]
  • Massenhinrichtung in Bottrop
    Bottrop. Nach ihrem Einmarsch in die Stadt setzte die Marinebrigade Loewenfeld gleich zwei Standgerichte ein. Das erste tagte am 6. April von 17 bis 20 Uhr. Allein 14 Mann, die ihm vorgeführt wurden, kamen aus dem Ledigenheim der Zeche ,,Prosper”; hier waren am Vormittag mehrere Lastwagen vorgefahren, die Soldaten hatten sich die Essensliste geben lassen […]


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