Stadelheim

| | 2017

Ab 1894 entstand auf dem ehemaligen Gut Stadelheim in Giesing, vor den Toren Münchens, das Gefängnis Stadelheim. Ab April 1901 wurden hier die Hinrichtungen ausgeführt. Insgesamt wurden in Stadelheim mindestens 1049 Gefangene hingerichtet, der Großteil der Hinrichtungen wurde in der Zeit des Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 ausgeführt. Unter den mindestens 1035 Getöteten dieser Zeit fanden sich unter anderem die Mitglieder der Weißen Rose (+ 1943).

Bei der Niederschlagung der Münchner Räterepublik Anfang Mai 1919 kam es im Gefängnis Stadelheim zu zahlreichen widerrechtlichen Tötungen durch die siegreiche Soldateska. Nach dem Zeugnis von Ernst Toller, der in Stadelheim inhaftiert wurde, stand am Gefängnistor in weißer Kreideschrift zu lesen: “”Hier wird aus Spartakistenblut Blut- und Leberwurst gemacht, hier werden die Roten kostenlos zu Tode befördert””. In Stadelheim wurden 1919  Gustav Landauer und Eugen Leviné getötet. ( Wikipedia )


"Stadelheim" im Archiv:

  • Der Mord an Gustav Landauer
    “Am 2. Mai stand ich als Wache vor dem großen Tor zum Stadelheimer Gefängnis. Gegen 1:15 Uhr brachte ein Trupp bayrischer und württembergischer Soldaten Gustav Landauer, im Hof begegnete der Gruppe ein Major in Zivil (im Prozeß als Rittergutsbesitzer Freiherr V. Gagern festgestellt), der mit einer schlegelartigen Keule auf Landauer einschlug. Unter Kolbenschlägen und den Schlägen des […]
  • In Stadelheim ermordet
    In Stadelheim wurde am 4. Mai 1919 der Bauhilfsarbeiter Andreas Buscher ermordet. Er wurde 29 Jahre alt. Die Täter – Truppen der Ebert – Noske – Regierung – hielten ihn für einen “Spartakisten”. Es gab keine Anhörung und kein Gerichtsverfahren gegen ihn. Die Mörder wurden nicht angeklagt. in: Vier Jahre Politischer Mord , von Emil […]
  • Massengrab im Gefängnis Stadelheim , München
    Außer Gustav Landauer wurden in den ersten Maitagen in Stadelheim noch über 30 wehrlose Gefangene von den Soldaten ohne weiteres Verfahren umgebracht. Herr Münchener Stadtrat Weigel teilt mir hierüber mit: An der Wand eines inneren Qefängnishofes, dessen Tor auf den Friedhof hmausführt, habe ich an der Mauer in Brusthöhe 50 bis 60 Gewehreinschläge gesehen. Rekognosziert […]
  • Professor Dr. Karl Horn in München ermordet
    Am 2. Mai 1919, nachmittag 5 Uhr, kamen zwei bewaffnete Soldaten des Freikorps Epp in die Wohnung Daisenhofener Str. 12 , München , des Dr. Karl Horn , Professor für Mathematik und Physik, und brachten ihn nach dem Gefängnis Stadelheim. Dort verhörte ihn der Kommandant, Leutnant Heußer , und gab ihm einen Passierschein, auf welchem […]
  • Scheibenschießen auf gefangene Sanitäterin in München
    Georg Kling und seine Tochter Marie Kling taten am 2. Mai in Giesing freiwillig Sanitätsdienste bei der Roten Armee in einer Station an der Weinbauerstraße. Sie waren mit Roten Kreuzbinden versehen. Am 3. Mai wurde Georg Kling auf die Polizeistation Tegernseer Landstraße transportiert, weil seine andere Tochter Anni angeblich Munition getragen habe. Marie ging freiwillig […]
  • Wegen einer Lüge erschossen in Unterhaching
    Der Schriftsteller Hans Schlagenhauser in Unterhaching wurde am 1. Mai von dem Hauptmann Listl aufgefordert, seine Waffen abzugeben. Er bestritt, Waffen zu besitzen. Doch wurde ein Gewehr gefunden. Er wurde verhaftet, nach Stadelheim abgeführt und dort am 2. Mai ohne gerichtliches Verfahren erschossen. Nach einer der Witwe zugestellten Entscheidung erfolgte die Erschießung wegen des Gewehres […]
  • Weitere Morde in München
    In München ermordet wurden am 2. Mai 1919 außerdem der Gärtner Anton Fischalk aus der Schönstrasse 60 in München . Er war 24 Jahre  alt. Ort des Verbrechens: Krüppelheim der Friseur Max Eckert vom Miliechplatz 1 in München, er war 45 Jahre alt. Ort des Verbrechens : Kühbachstrasse der Metzger Otto Faltermeier aus der Peißenbergstrasse […]


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