Hans Marchwitza war der Sohn des Bergarbeiters Thomas Marwitza und dessen Ehefrau Thekla Maxisch. Bereits mit 14 Jahren war Marchwitza 1904 selbst unter Tage tätig. 1910 ließ er sich als Bergarbeiter ins Ruhrgebiet anwerben. Doch schon zwei Jahre später wurde er wegen der Teilnahme an einem Streik arbeitslos. Bis er 1915 zum Militär eingezogen wurde, verdiente sich Marchwitza seinen Lebensunterhalt als Hilfsarbeiter. Bis 1918 diente er als Soldat an der Westfront. Aus dem Krieg zurückgekehrt, wurde er noch im selben Jahr Mitglied der Soldatenratswehr. 1919 schloß sich Marchwitza der USPD an. Im darauf folgenden Jahr kämpfte er als Zugführer der Roten Ruhr-Armee gegen Kapp-Putsch, Freikorps und die Reichswehr. 1920 trat er auch in die KPD ein. Als Frankreich das Ruhrgebiet besetzte, leistete auch Marchwitza erbitterten Widerstand. Inzwischen war er als Streikteilnehmer wieder arbeitslos geworden.

In diese Zeit fallen auch seine ersten schriftstellerischen Versuche. Alexander Abusch, ein Redakteur beim Ruhr-Echo, unterstützte und förderte Marchwitza und veröffentlichte dessen erste Arbeiten. Ab 1924 konnte Marchwitza in den kommunistischen Zeitungen Rote Fahne und Rote Front ebenfalls veröffentlichen. 1929 wurde er zusammen mit mehreren Journalisten und Schriftstellern in die Sowjetunion eingeladen. 1930 debutierte Marchwitza mit seinem ersten Buch Sturm auf Essen (Reportage über die Kämpfe im Ruhrgebiet 1920). Sofort nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten, 1933, floh er in die Schweiz, wurde aber bereits 1934 wieder ausgewiesen. Bis 1935 war er für die KPD im französisch besetzten Saarland und kämpfte als Offizier ab 1936 am Spanischen Bürgerkrieg teil. 1938 kehrte er aus Spanien zurück und wurde beim Grenzübertitt nach Frankreich sofort verhaftet und interniert. 1941 gelang es ihm, in die USA fliehen. Dort wurde er New York City ebenfalls interniert, konnte aber als Bau- und Hilfsarbeiter arbeiten.

1946 kehrte er nach Deutschland zurück, zunächst nach Stuttgart, 1947 dann nach Babelsberg, in die SBZ. 1950 wurde er Gründungsmitglied der Akademie der Künste der DDR. Für diese Aufgabe bedankte man sich 1950 mit dem Nationalpreis der DDR. Diese Auszeichnug wurde ihm nochmals 1955 und 1964 verliehen. Im selben Jahr berief man ihn zum Kulturattaché in Prag, dieses Amt hatte er bis 1951 inne. Anläßlich seines 70. Geburtstages verlieh man ihm den Karl-Marx-Orden und den Ehrentitel Dr. phil. h.c. der Humboldt-Universität. Im Alter von 75 Jahren starb Hans Marchwitza am 17. Januar 1965 in Potsdam.

Werke:

  • “Sturm auf Essen. Kämpfe der Ruhrarbeiter gegen Kapp, Watter und Severing” (1930; 1931 verboten; 1952 Neufassung);
  • “Schlacht vor Kohle. Aus dem Leben der Ruhrkumpel” (1931);
  • “Walzwerk. Roman aus dem Duisburg-Hamborner Industriegebiet” (1932, Neufassung unter dem Titel “Treue” 1961);
  • „Die Kumiaks“ (1934);
  • „Die Heimkehr der Kumiaks“ (1952);
  • „Die Kumiaks und ihre Kinder“ (1959);
  • „Roheisen“ (1955);
  • „Meine Jugend“ (1947);
  • „Vor Verdun verlor ich Gott und andere Erzählungen“ (1932);
  • „Untergrund. Gedichte“ (1942);
  • „In Frankreich“ (1949);
  • „Mein Anfang“ (1950);
  • „Unter uns. Erzählungen aus älterer und jüngerer Zeit“ (1950);
  • „Gedichte“ (1965);

Werksverzeichnis, in: Bibliogr. Kalenderblätter der Berliner Stadtbibliothek (1960, Heft 6; 1965, Heft 6; 1970, Heft 6); B. Melzwig, Deutsche sozialistische Literatur 1918-45 (1975); Veröffentlichungen deutscher sozialistischer Schriftsteller in der revolutionären und demokratischen Presse 1918-45 (1966).
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Marchwitza


"Marchwitza" im Archiv:

  • Wie bei uns Geschichte geschrieben wird
    Wenn man bedenkt, was alles geschrieben und getan wurde, um die Erinnerungen an jene aufregenden Ereignisse, die sich im Frühjahr 1920 im Ruhrgebiet zugetragen haben, vergessen zu machen, so verwundert es kaum, dass man heute selten jemanden findet, dem zu “Kapp-Putsch, Rote Ruhrarmee oder “Märzrevolution 1920” irgendetwas einfällt. Bereits am 13. September 1920 lehnt die […]


  • Mehr zu Marchwitza