Lucas

| | 1937

Frank Baier und Erhard Lucas verband eine tiefe Freundschaft bis zu Erhards Tod am 15. März 1993. Geboren im März (1937), gestorben im März. Es war immer März.

Und die Märzrevolution war sein Thema. Über viele Jahre kam er immer wieder ins Ruhrgebiet, um in den Archiven zu arbeiten, wohnte bei Frank und schrieb unter dem Hochbett auf der Schreibmaschine seine Notizen und Vermerke. Mit großer Sorgfalt ;und Verantwortung, jedes Wort abwägend, korrigierte er dann bei öffentlichen Veranstaltungen, bei denen Frank nicht selten sang, auch schon mal die Augenzeugen von 1920 und die ,,Dogmatischen”” von heute, stellte richtig, wenn es sein musste,gab zu Bedenken und erzählte…

Das Foto unten zeigt Frank Baier und Erhard Lucas, am 8.März 1980 im Ratskeller Duisburg-Hamborn bei der Veranstaltung ,,60 Jahre Kapp-Putsch”

Bücher von Erhard Lucas
https://de.wikipedia.org/wiki/Erhard_Lucas


"Lucas" im Archiv:

  • 4000 Personen in Haft
    Der Abgeordnete Ludwig (USP) berichtete in der Reichstagssitzung vom 29. Juli 1920, daß annähernd 4000 Personen in Haft genommen worden seien, darunter Leute, die nur am Sicherheitsdienst beteiligt waren oder Lebensmittellager bewacht haben. Gegen 822 Personen waren in diesem Zeitpunkt – also zu einer Zeit, als noch kein einziger Teilnehmer des Kapp-Putsches zur Verantwortung gezogen […]
  • Auf der Flucht erschossen in Altenessen
    In der Nacht vom 7. zum 8. April 1920  erschienen um 3 30 Uhr in Essen – Altenessen. vier Sipos und ein Polizeiwachtmelster in der Wohnung des Straßenbahnschaffners Friedrich Siek . Sie verlangten seine Papiere und behaupteten, er ,,habe mitgekämpft und geplündert”; dann: ,,Sie sind reif und gehen mit!”  (Bei einem späteren Gerichtsverfahren stellte sich heraus […]
  • Auf der Flucht erschossen in Dortmund
    Dortmund. Am 9. April 1920 wurde der Hilfssarbeiter Franz Zirkel aus Lütgendortmund auf dem Transport ins Dortmunder Stadtgefängnis ,,auf der Flucht erschossen”. Er hatte angeblich zwei Begleitsoldaten angegriffen und dann versucht zu fliehen. Quelle: bei Is Ka und I Tbl , 10.4.1920 – hier bei Märzrevolution III , Lucas (1978)
  • Bauch aufschlitzen
    Die typische Redensart der Soldaten bei bei Haussuchungen und Verhaftungen war eindeutig: ,,Bauch aufschlitzen, Hosentaschen draus machen, Hände reinlegen”. Quelle: VstH : 22. April 1920 – bei Lucas Märzrevolution III (1978)
  • Bergmann ermordet
    In der Nacht vom 10. zum 11. April wurde in Bottrop der Bergmann Beckfeld aus dem Bett heraus verhaftet; am nächsten Morgen fand man ihn tot auf dem Friedhof in Eigen . Bei der Roten Armee gewesen war er nicht, wohl aber sein geflohener Bruder (das hatte anscheinend genügt) Töneböhn an Severing 11.4.1920 , in […]
  • Brief aus dem Gefängnis in Dortmund
    Werte Kollegen. … die bestialische Mißhandlung, die an mir, und vielen anderen verübt worden ist, ist mit der Feder nicht zu beschreiben. Es ist Haar Sträubend. Ich Persönlich kann heute weder Liegen auf dem Rücken, noch Sitzen. Mit mir ist am fraglichem Tage noch einer verhaftet worden. Wir sind zusamen zu der Reaktionären Wache Rosentahl geführt worden, als […]
  • Das Ruhrgebiet vor der Revolution von 1918
    Die Revolte der Matrosen und Soldaten vom November 1918 fand im Ruhrgebiet so gut wie keinen Widerstand. Das überrascht nicht, hatte doch die preußische Militärverwaltung aus Sorge vor roter Infizierung der Truppe nur eine einzige Garnison im Revier errichtet, In Mülheim, dem ,,rheinischen Potsdam”. Und auch das hier liegende Reserveregiment schloß sich sofort der revolutionären […]
  • Demonstrant in Gladbeck getötet
    Während die Hamborner einen neuen Anlauf nahmen, erlosch der Streik zunächst In den Nachbarorten Oberhausen, Sterkrade und Osterfeld . In Bottrop dagegen spitzte sich die Streiklage vorübergehend zu, als der mehrheitlich sozialdemokratische Arbeiter- und Soldatenrat versuchte, den Streik mit Militär einzudämmen, das er vom Bezirks-Soldatenrat Recklinghausen erbeten hatte. Blutige Zusammenstöße konnten gerade noch von herbeieilenden […]
  • Der Militärputsch vom 13. März 1920
    Der Militärputsch vom 13. März 1920 war eine lebensgefährliche Bedrohung für die junge Weimarer Republik. Der politische Kopf der Putschisten, der rechtsradikale Politiker Wolfgang Kapp, hatte ein Programm, das auf eine Kanzlerdiktatur, die Entmachtung der Parteien und den Einbau aller Verbände einschließlich der Gewerkschaften in einen autoritären Korporativstaat hinauslief. Das Unternehmen einmal in Gang gesetzt, […]
  • Die Marinebrigade Loewenfeld in Bottrop
    Die Marinebrigade Loewenfeld setzte ihren Vormarsch in zwei Abteilungen fort. Die eine ging, teilweise in gepanzerten Zügen herantransportiert, von Norden und Osten gegen Gladbeck vor; nach kleinen Gefechten mit fliehenden Rotgardisten war sie um 11 Uhr im Besitz der Stadt. Sie verhängte das Standrecht und drohte insbesondere für Nichtabgabe von Waffen die Todesstrafe an. Die […]
  • Drohender Zusammenbruch der Gasversorgung
    Die allgemeine Spannung stieg ungemein an, und die Streikbewegung erreichte ein bisher nicht dagewesenes Ausmaß: am 10. Januar streikten über 11%, am 11. Januar knapp 16% der Bergleute aller Ruhrzechen. Schon mußte der Gasverbrauch in Essen und Duisburg drastisch eingeschränkt werden, und es war abzusehen, daß die Gasversorgung bald ganz zusammenbrechen wurde. Sozialisierung des Ruhrkohlenbergbaus In […]
  • Ein Massenmord mit schätzungsweise rund 1.000 Toten
    Ende März 1920 war unter den Aufständischen bis auf kleine Minderheiten die Erkenntnis allgemein, daß die Bewegung abgebrochen werden müsse; von einer einzigen Region aus, und war sie im Rahmen der deutschen Gesamtwirtschaft auch noch so wichtig, ließen sich die politischen Verhältnisse im Deutschen Reich nicht verändern. Die Selbstauflösung der Aufstandsbewegung lag zum Greifen nahe.” […]
  • Erster Soldatenrat in Kiel
    Karl Artelt organisierte den ersten Soldatenrat, dem bald weitere folgten. Soldaten und Arbeiter brachten die öffentlichen und militärischen Einrichtungen Kiels unter ihre Kontrolle. Der Gouverneur der Marinebasis, Wilhelm Souchon , mußte die inhaftierten Matrosen freizulassen. Heimlich rief er aber auswärtige Truppen zur Niederschlagung der Bewegung ,  diese wurden aber von den Aufständischen abgefangen. Am Abend des 4. November war Kiel […]
  • Forderungen der Hamborner Bergarbeiter
    Am 23. November gestand der Zechenverband den Gewerkschaften gerinfügige Lohnerhöhungen zu, in der Hoffnung, daß es den Gewerkschaften mit diesem ,,Erfolg” in der Hand gelingen möge, die Hamborner Bergarbeiter zu disziplinleren. Das erwies sich als Felschlag, und zwar einfach deshalb, weil die im Kriege aufs äußerste ausgebeuteten und ausgehungerten Bergarbeiter weit größere Zugeständnisse der Unternehmer […]
  • Fünf Männer in Recklinghausen erschossen
    Am 3. April 1920 wurden um 12 Uhr  in Recklinghausen vier Männer, die das Standgericht im Rathaus zum Tode verurteilt hatte, im Hof des Amtsgerichts erschossen (die Bergleute Heinrich Weber aus Recklinghausen, 33 Jahre alt, Peter Taus , 19 Jahre alt, und Joseph Henrijch, 21 Jahre alt, beide aus Erkenschwick , und der Zauberkünstler Franz Biege […]


  • Mehr zu Lucas