Gumbel

| 1891

Emil Julius Gumbel (1891 – 1966) war radikaler Pazifist und ab 1930 außerordentlicher Professor für mathematische Statistik an der Universität Heidelberg. Schon im Sommer 1932 wurde ihm die Lehrberechtigung entzogen. Nach der Machtübernahme durch die Nazis ging er 1933 ins französische Exil. Nach einer abenteuerlichen Flucht entkam er 1940 ein zweites Mal den Nazis – nun in die USA. Dort machte er sich einen Namen als Spezialist für die statistische Vorhersage von Naturereignissen – etwa zur Berechnung von Deich- und Stauwehrhöhen. In den frühen sechziger Jahren registrierte er bei Gastvorlesungen in Deutschland mit Enttäuschung, dass er in der Bundesrepublik nur mehr als amerikanischer Statistiker gefragt, als deutscher Antifaschist und Pazifist hingegen vollkommen vergessen war.

Zwei Jahre Mord (1921)
Vier Jahre Politischer Mord (1922)


"Gumbel" im Archiv:

  • Am Kandidplatz in München erschossen
    Zull, Josef, Kutscher, 20 Jahr, Winterstr. 4, München , wurde am 3. Mai in seiner Wohnung verhaftet, schwer mißhandelt, halb erschlagen und am Kandidplatz erschossen. Er war bei der Republikanischen Schutzwehr gewesen. in: Vier Jahre Politischer Mord , von Emil Julius Gumbel , eine Broschüre, in denen der Autor der Justiz etwa 300 ungesühnte politische […]
  • Auf der Flucht erschossen
    Am 7. Mai verließ die Marinebrigade Bottrop. Darauf kehrten, unter anderen, die beiden Bergleute Richard Pelledun und Josef Meinka , die vor dem Einmarsch der Brigade geflohen waren, in die Stadt zurück. Pelledun war Mitglied des Vollzugsrats gewesen, hatte mehrmals zurücktreten wollen, war aber vom Bürgermeister bewogen worden, im Vollzugsrat zu bleiben. Nach seiner Rückkehr […]
  • Auf der Flucht erschossen in Altenessen
    In der Nacht vom 7. zum 8. April 1920  erschienen um 3 30 Uhr in Essen – Altenessen. vier Sipos und ein Polizeiwachtmelster in der Wohnung des Straßenbahnschaffners Friedrich Siek . Sie verlangten seine Papiere und behaupteten, er ,,habe mitgekämpft und geplündert”; dann: ,,Sie sind reif und gehen mit!”  (Bei einem späteren Gerichtsverfahren stellte sich heraus […]
  • Auf der Knollwiese München getötet
    Auf der Knollwiese in München wurde am 2. Mai 1919 der Schlosser Ludwig Crusius aus der Weinbauernstrasse 1 von Truppen der Ebert – Noske – Regierung ermordet . Die Akten vermerken zwei Hinterbliebene. , er war 37 Jahre alt.  Die Erschiessung erfolgte willkürlich ohne Anklage und Gerichtsurteil – die Mörder blieben unbehelligt. in: Vier Jahre Politischer Mord […]
  • Auf offener Straße erschossen
    Am 7. März, 11:15  Uhr, wurde der Angehörige der republikanischen Soldatenwehr des Depots 7, Fasanenstr., Adolf Riga (42 Jahre, Kurfürstenstr. 114), von einem Angehörigen des Freikorps Lüttwitz auf Befehl eines Offiziers entwaffnet, als er von der Wache kam, obwohl er seinen Ausweis vorwies. Dann setzte Riga seinen Weg waffenlos fort. An der Absperrung vor dem […]
  • Auf offener Strasse erschossen in München
    Josef Graf, 18 Jahre, wurde am 3. Mai 1919 in München verhaftet. Ein Offizier teilte dem Vater mit, der Fall werde am nächsten Tag ordnungsgemäß verhandelt. Am 4. Mai, morgens halb 6 Uhr, wurde er auf offener Straße ( Warngauer Straße ) erschossen und die Leiche liegen gelassen. (Kein Verfahren.) in: Vier Jahre Politischer Mord […]
  • Bankbeamter in München erschossen
    Der Bankbeamte Hans Bulach wurde am 3. Mai auf dem Transport in den Gasteiganlagen in  München von demselben Gefreiten , der auch den kriegsversehrten Journalisten Peter Lohmar tötete, angeblich auf der Flucht erschossen. in: Vier Jahre Politischer Mord , von Emil Julius Gumbel , eine Broschüre, in denen der Autor der Justiz etwa 300 ungesühnte politische Morde […]
  • Bei Waffenablieferung in München erschossen
    Jakob Münch , Forstenrieder Str. 71 in München wurde am 1. Mai erschossen. Er wollte seine im Februar gefaßten Waffen abliefern und wurde dabei verhaftet. in: Vier Jahre politischer Mord , von Emil Julius Gumbel , eine Broschüre, in denen der Autor der Justiz etwa 300 ungesühnte politische Morde – in der Regel von rechts […]
  • Beim Essen am Starnberger See ermordet
    Nach der Ermordung Kurt Eisners am 21. Februar 1919 übernahm der Zentralrat die Macht. Die Kammer und das von ihr gebildete mehrheitssozialistische Ministerium Hoffmann floh nach Bamberg, Der Zentralrat erklärte am 7. April die Räterepublik. Die Führer waren Unabhängige und Mehrheitssozialisten. Durch einen Putsch gelang es am 13. April Anhängern der Regierung Hoffmann, einen Teil […]
  • Brothändler in München vom Freikorps Epp ermordet
    Zu dem Brothändler Josef Probst kamen am 2. Mai fünf Soldaten des Freikorps Epp . Sie durchsuchten nicht einmal die Wohnung, sondern forderten ihn nur auf mitzugehen, er komme gleich wieder. Er wurde sofort erschossen. Irgend ein gerichtliches Verfahren fand nicht statt. An den Kämpfen hatte sich Probst in keiner Weise beteiligt. Klage zum ordentlichen Gericht […]
  • Der Mord an Gustav Landauer
    “Am 2. Mai stand ich als Wache vor dem großen Tor zum Stadelheimer Gefängnis. Gegen 1:15 Uhr brachte ein Trupp bayrischer und württembergischer Soldaten Gustav Landauer, im Hof begegnete der Gruppe ein Major in Zivil (im Prozeß als Rittergutsbesitzer Freiherr V. Gagern festgestellt), der mit einer schlegelartigen Keule auf Landauer einschlug. Unter Kolbenschlägen und den Schlägen des […]
  • Der Mord an Kurt Eisner
    Kurt Eisner war Führer der Münchener Revolution vom 7. November und seither Ministerpräsident. Am 21. Februar wurde er auf dem Weg zum Landtag, wo er seinen Posten wegen der heftigen Angriffe gegen ihn niederlegen wollte (Mitteilung des WTB. vom 21. 2. 1919), in der Münchner Prannerstraße von dem [ rechtsradikalen ] 22-jährigen Leutnant Anton Graf […]
  • Die 29 Matrosen
    Die amtliche Nachricht lautete (“Berliner Tageblatt”, 12. März 1919): “In der Französischen Str. 32 wurde gestern die Kassenverwaltung der Volksmarinedivision von Regierungstruppen besetzt. Frühere Angehörige der jetzt aufgelösten Volksmarinedivision, die von dort noch Gelder holen wollten, sind festgenommen worden. Die Gefangenen trugen teilweise noch Waffen. Infolgedessen kam es bei der Verhaftung zu tätlichem Widerstand. Die Mannschaften […]
  • Die Ermordung der Vorwärtsparlamentäre
    Im Januar 1919 hatten revolutionäre Arbeiter sich des Vorwärtsgebäudes bemächtigt. Die Regierungstruppen belagerten das Haus. Die Vorwärtsbesatzung schickte am 11. Januar frühmorgens als Parlamentäre, durch entsprechende Abzeichen kenntlich und natürlich unbewaffnet, folgende Leute: Redakteur Wolfgang Fernbach , Walter Heise , Werner Möller , Karl Grubusch , Erich Kluge , Arthur Schotter , Wackermann . Fernbach gehörte […]
  • Die Erschießung von drei Jungen
    Am 10. März 1919 kamen zu dem jungen Kurt Friedrich (16 Jahre) seine beiden Freunde Hans Galuska (16 Jahre) und Otto Werner (18 Jahre) in die Wohnung der Mutter des Friedrich, am Schlesischen Bahnhof 3, zu Besuch. Die drei jungen Menschen hatten sich nie mit Politik beschäftigt. Sie waren kaum beisammen, als 8 Regierungssoldaten auf […]


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