Der Kapp-Lüttwitz-Ludendorff-Putsch

| 2002

Dokumente zum Kapp-Lüttwitz-Putsch.Der Kapp-Lüttwitz-Ludendorff-Putsch – Dokumente:

“Im Vergleich zu Revolutionen, bei denen große Volksmassen in Bewegung geraten, die nur schwer zu kontrollieren sind, gilt der Coup d´etat einer gut organisierten Minderheit als die ,,billigere” und effektivere Methode, um eine ungeliebte Regierung zu stürzen und sich des Staatsapparates zu bemächtigen.

Dem ostpreußischen Generallandschaftsdirektor Wolfgang Kapp und seinen konservativen Anhängern ging es im März 1920 jedoch nicht allein um die Beseitigung der sozialdemokratisch geführten Koalitionsregierung Gustav Bauer, sondern, wie die zahlreichen Denkschriften, Aktionsprogramme, Gesetzes- und Verfassungsentwürfe beweisen, um die Ersetzung der verhaßten, mehr unitarisch geprägten Weimarer Demokratie durch ein autoritäres Regime auf der föderativen Struktur des Bismarck-Reiches.

General Ludendorff der allmächtige Generalstabschef des Ersten Weltkrieges nahm entscheidenden Einfluß auf die Vorbereitung und Durchführung des Umsturzversuches. Aus taktischen Gründen hielt er sich im Hintergrund, was es im Dezember 1921 dem Reichsgericht im Prozess gegen Kapps ,,Innenminister” Achaz Traugott v. Jagow erlaubte, ihn vom Vorwurf freizusprechen, einer der Urheber des Putsches zu sein.

Hier veröffentlichte Dokumente zeigen indes, daß Ludendorff der führende Kopf des Staatsstreichs war, der sich auf die bewaffnete Macht der Reichswehr, insbesondere auf die präfaschistische Marinebrigade Ehrhardt, aber auch auf die völkischen Verbände der Nationalen Vereinigung und die Millionenorganisation der konservativen Einwohnerwehren stützte. Ludendorff, Kapp und Lüttwitz drückten dem von ihnen inszenierten Putsch ihren Stempel auf, daher erscheinen die Namen dieses Triumvirats auch im Titel der vorliegenden Publikation.”

Hardcovereinband im Standardbuchformat mit 1136 Seiten.
Neubuch aus dem Olzog Verlag, 2002.


"Der Kapp-Lüttwitz-Ludendorff-Putsch" im Archiv:

  • Der Militärputsch in Halle
    Trotz des Verbotes des Oberst Czettritz , irgendwelche Nachrichten aus dem Reiche zu bringen oder gar gegen die Kapp-Lüttwitz Stellung zu nehmen, war die letzte Volksblattnummer ( vom 15. März 1920) ein flammender Protest gegen die Militärdiktatur. Kaum waren die letzten Nummern draußen, da marschierte auch schon ein Trupp Nosketen an, um die Blätter zu beschlagnahmen. […]
  • Die Soldaten morden in Halle
    Am Sonntag, dem 21. März 1920 , entbrannte der Kampf in Halle  bei klarem Frühlingswetter von neuem. Das Militär machte mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, mit Artillerie, Panzerautos, Minenwerfer einen Angriff auf Trotha , Galgenberg und den Flugplatz; Die Aktion der Arbeiter litt unter dem Mangel an Munition und schweren Waffen. Das Militär wäre verloren […]
  • Ein Toter und Verwundete in Halle
    Am Mittwoch, dem 17. März, wurden nach dem Zusammenbruch des Berliner Militärputsches durch das energische Auftreten unserer Genossen vor dem Gewalthaber Czettritz die Verhafteten entlassen. Der Generalstreik wurde verschärft, da Czettritz mit der meuternden Garnison und den gewalttätigen Zeitfreiwilligen gar nicht daran dachte, durch das Zurückziehen der wildgewordenen Soldateska in die Kasernen in Halle wieder […]
  • Erneuter Generalstreik
    Erst am Mittwoch, dem 24. März 1920 , war es möglich, zehn Gewerkschaftsverhandlungen abzuhalten, in denen die Fortsetzung des Streiks beschlossen wurde, obwohl die Redner den vorläufigen Abbruch des Streiks empfahlen. Einstimmig forderte man die Freilassung aller anläßlich der letzten Kämpfe Inhaftierten. Auch die Eisenbahner, die bereits am Vormittag die Arbeit aufgenommen hatten, traten, erneut […]
  • Forderungen der drei sozialistischen Parteien in Halle
    Am Donnerstag, dem 18. März 1920, war es nun endgültig mit der Kapp-Lüttwitz-Herrschaft in Halle vorbei, wenn sich auch die losgelassene Soldateska noch eine Woche lang austobte. Zwar machte der Hochverräter Czettritz alle möglichen krampfhaften Anstrengungen, in Halle die ,,Stellung zu halten”, indem er besonders die Verbreitung von. Nachrichten aus dem Reiche gewaltsam unterdrückte. An den Straßenecken prangten […]
  • Hallesche Zeitung lobt Putschisten
    ,,Am 14.3. pries das deutschnationale Organ, die ” Hallesche Zeitung “, die ruhige Besonnenheit, die zielklare Sicherheit und die staatsmännischen Führereigenschaften des neuen Reichskanzlers Kapp . Sie begrüßte die Hochverräter-Regierung als die Regierung der Zukunft und rief ihr zu: “Vorwärts mit Gott, für Volk und Vaterland.” Männer des Vorstandes der Deutschnationalen Partei, an der Spitze […]
  • Handgranaten töten die Oberin des Marthastiftes in Halle
    Die Zeitfreiwilligen überboten sich gegenseitig an Gewalttätigkeiten. Noch am Vormittag zerschlug ein Führer der Zeitfreiwilligen die Scheiben am Aushängekasten einer Zeitung in der Großen Ulrichstraße. Ein anderer warf Ecke Ulrich- und Jägerstraße zwei Handgranaten. Die Oberin des Marthastiftes, Frau Oberin Augustine Rach , büßte dadurch ihr Leben ein. Vor den Toren Halles, bei Ammendorf und […]
  • Kampf vor Trotha
    Gegen Sonnabend [20. März 1920] abend befanden sich, trotz aller gegenteiligen Behauptungen, verhältnismäßig wenige Arbeitertruppen in Trotha und Umgebung, die aus verschiedene Dörfern auf die Kunde von dem Toben der Hallischen Soldateska herbeigeeilt waren, um Halle zu befreien. Die verschiedenen Mannschaften hatten noch am Sonnabend abend keinerlei wirkliche Führung und Verbindung untereinander, was sich gleich sehr […]
  • Kampf vor Trotha II ( Halle )
    Am Sonntag den 21. März 1920 rückten bei Morgengrauen fast sämtliche verfügbare Mannschaften in die angewiesenen Stellungen, die sich vom Klausberg, der als ein Hauptstützpunkt die rechte Flanke schützte, über die Straße nach dem Krähenberg und dem Galgenberg zog. Schon gegen 5:30 Uhr morgens war das Gefecht in vollem Gange. Die Ausgänge von Halle wurden unter Feuer genommen, […]
  • Oberst Czettritz in Halle erklärt sich neutral
    Ganz überraschend hielten die Offiziere des Gamisonkommandos [ in Halle ] am Mittag des 13. März 1920. also unmittelbar nach dem Berliner Putsch, eine Pressekonferenz ab. Auf die eindeutige Frage, wie sich Oberst Czettritz zur neuen Regierung stelle, wurde zunächst ausweichend geantwortet. Auf die Frage des Redakteurs Helms von der ,,Saale-Zeitung”, ob der Oberst treu […]
  • Treibjagd auf Arbeiter in Halle
    Auch am Montag, dem 22. März, ging der Kampf mit kurzen Unterbrechungen fast in gleicher Heftigkeit weiter. Alle Verhandlungen zerschlugen sich an der Starrköpfigkeit des Garnisonkommandos. Das Passieren des Marktes war unmöglich, da von allen Seiten die Kugeln pfiffen. Eine außerordentliche Stadtverordnetensitzung, die für Montag angesetzt war, mußte aus diesem Grunde ausfallen. Erst am Montag nachmittag […]
  • Verhaftungen und Belagerungszustand in Halle
    Am Dienstag, dem 16. März 1920 , wurden in aller Frühe die Redakteure des ,,Volksblattes”    ( in Halle )  Hennig , Bock , Kasparek und Scholem verhaftet, die Redaktion und das Gewerkschaftshaus militärisch besetzt. Femer wurden verhaftet die Genossen Hildebrandt , Osterburg , Bowitzky und von der KPD Tominsky , sodann die Demokraten Dr. Schreiber und […]
  • Waffenstillstands-Vereinbarung hält nur ein paar Stunden
    Um unnötiges Blutvergießen zu vermeiden, wurde in der Nacht vom Freitag auf Sonnabend ( 19 / 20. März 1920) durch Vermittlung der Militärkommission ein Waffenstillstand mit folgenden Bedingungen geschlossen, der bis zum 20. März, nachmittags 3 Uhr, dauern sollte: Vom 20. März, vormittags 10 Uhr, an wird die Ordnung auf den Straßen und Plätzen von […]
  • Zwanzig Tote und 140 Verwundete in Halle
    Halle , Freitag, den 19. März. Das Militär zog sich in der Nacht vom Marktplatz zurück. In den Straßen der Stadt schien in den Vormittagsstunden Ruhe einzutreten. Plötzlich rückte das Militär wieder bis zum Theater vor und sperrte alle Straßen ab, und es setzte eine wilde Schießerei ein. Der Aktionsausschuß proklamierte die Weiterführung des Generalstreiks, bis […]


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