Brennende Ruhr

| 1927

Nicht ganz so konventionell In den Darstellungsmitteln und mit größerer Fähigkeit zur politischen Differenzierung ist der Roman von Karl Grünberg : ,,Brennende Ruhr” geschrieben, erstmals 1927 erschienen. Doch ist Grünberg, ein Berliner KPD-Schriftsteller, kein Augenzeuge. Nur so ist wohl zu erklären, daß er zum Ort des Geschehens das 1920 vollkommen ruhige und uninteressante Sterkrade (im Roman ” Swertrup ” genannt) wählte.

Im Mittelpunkt steht der Werkstudent Ernst Sukrow, der in eine Unternehmertochter verliebt ist, die ihrerseits Im faschistischen Rugardbund organisiert Ist. Die Dienste für den Rugardbund, die sie von ihm verlangt — bis hin zum Mord an Arbeitern –, verweigert Sukrow jedoch. Er stellt sich bei Beginn der revolutionären Kämpfe auf die Seite des Arbeiter-Ausschusses, der seine Erfahrungen als Reserveoffizier so hoch einschätzt, daß er ihn zum Truppenführer der Swertruper Arbeiter ernennt.

Nach dem Zusammenbruch der Front vor Wesel flieht Sukrow ins Bergische Land; später wird er wieder Betriebschemiker. – Wie bei Marcbwitza fällt auch in diesem Roman das Auseinanderfallen von privatem und politischem Leben der Arbeiter auf.

in Ernst Lucas . Märzrevolution im Ruhrgebiet , Band I


"Brennende Ruhr" im Archiv:

  • Brennende Ruhr – Vorwort
    Karl Grünberg (1891 – 1972) schreibt 1948 im Nachwort zur 2. Auflage zu seinem Roman “”Brennende Ruhr””: Dieses viel umstrittene Buch bedarf bei seiner zweiten Auflage — zwanzig Jahre nach seinem ersten Erscheinen — einiger Erläuterungen. Als ich im Jahre 1927 meinen Erstlingsroman “”Brennende Ruhr”” zu schreiben begann, lag mir literarischer Ehrgeiz durchaus fern. Mir […]


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