Am 2. Mai 1919 wurden die im Hause Winterstrasse 8 in München wohnenden Brüder Altmann festgenommen. Nach den Angaben eines ,,unbekannten, nicht ermittelten Polizeiorgans” waren sie ,,gefährliche Spartakisten”. Sie wurden gemeinsam mit dem im gleichen Haus wohnenden Hilfsarbeiter Josef Sedlmaier verhaftet. Sie wurden am 2. Mai 1919 im Hof einer Lederfabrik in der Pilgersheimerstrasse 39 willkürlich erschossen – das Verfahren gegen die Mörder wurde eingestellt – es waren Soldaten vom bayrischen Schützenregiment 21 unter Führung eines Leutnant Möller .

Der betreffende Hauptmann, der das ,,Standgericht” leitete, erklärte zu den Akten: ,,Ich habe in den ersten Tagen des Mai auf Grund von Angaben der Kriminalpolizei und von Vertrauenspersonen soviele Verhaftungen vornehmen lassen, daß ich mich unmöglich auf die Namen von Festgenommenen besinnen kann; auch kann ich nicht angeben, ob Sedlmaier und die beiden Altmann mir vorgeführt wurden, oder ob sie auf dem Wege zu mir erschossen wurden, weil sie einen Fluchtversuch machten.” Das Verfahren gegen Möller wurde eingestellt. Von einem Verfahren gegen den Hauptmann oder gegen die Soldaten, die die Erschießung vornahmen, ist nichts bekannt geworden, obwohl der Staatsanwaltschaft nach eigener Mitteilung die Namen bekannt sind.


"Altmann" im Archiv:

  • Sedlmaier und die Brüder Altmann in München erschossen
    Der Hilfsarbeiter Josef Sedlmaier wurde am 2. Mai 1919 in seiner Wohnung, Winterstr. 8 II, München verhaftet. Sedlmaier war niemals bei der Roten Armee und hatte niemals an Kämpfen teilgenommen. Er hatte lediglich 14 Tage bei der Arbeiterwehr Sicherheitsdienst gemacht und sein Gewehr am 27. April eingeliefert. Nach den staatsanwaltschaftlichen Akten, A.V. XIX 1254/19, hat der […]


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