Hauptmann von Pflugk-Harttung durch eine Explosion getötet

Das Berliner Tageblatt meldete am 27. März 1920 :  Gestern abend „acht Uhr ereignete sich vor dem Restaurant »Aussichtsturm« in Hirschgarten ein schweres Explosionsunglück. Dort explodierten auf nicht geklärte Weise in einem Militärkraftwagen der Sturmkompanie Pflugk-Harttung bei der Abfahrt einige Handgranaten, die in den Seitentaschen des Wagens untergebracht waren….“

Heinz von Pflugk-Harttung war sofort tot, einem Offiziersstellvertreter wurden beide Beine zerschmettert, der Gymnasialprofessor Ernst Roloff (1867-1920/21), Leiter der „Reichswehrhochschulkurse“, die an die Stelle der durch den Versailler Friedensvertrag verbotenen Kriegsakademie trat, wurde leicht verletzt. Die ihn begleitende Frau v. Thiessenhausen erlag später ihren Verletzungen. Man vermutete zunächst ein Attentat , wie sich herausstellte, war es aber ein Unfall – und vorher war reichlich gezecht worden.“,“

Das Friedrichshagener Lokalorgan „Niederbarnimer Zeitung“ schrieb am 29. März:
„Nach gewissenhafter Ermittlung aller Tatbestandsmerkmale und Verdachtsmomente, sowie nach dem Urteil des Sachverständigen hat es sich offenbar um einen Unfall gehandelt. In dem Personenkraftwagen hingen zu beiden Seiten in Lederschlaufen, dicht beieinander, scharfe Handgranaten. Eine weitere Zahl Handgranaten hat am Boden gelegen. Auf eine nicht genau aufzuklärende Weise hat eine Handgranate gezündet und dabei weitere Handgranaten mit zur Explosion gebracht.

Es ist hierbei anzunehmen, daß bei einer der in den Schlaufen hängenden Handgranaten sich die Verschlußkappe gelöst und die Abzugsschlaufe mit dem Porzellanknopf frei gemacht hat. Die Schlaufe muß dann bis fast auf den Boden gehangen haben, und es besteht die Möglichkeit, daß ein Insasse des Wagens unbewußt die Schlaufe mit dem Fuß herausgetreten hat. ….Die Leiche des Toten zeigt erhebliche Verletzungen. Noch ein weiterer Soldat ist schwer verwundet. Außerdem sind sieben leichter Verletzte vorhanden, fünf Soldaten und zwei Zivilpersonen “

Weiter schrieb die „Niederbarnimer Zeitung“ am 23. Juni 1920: „Das Gerücht von einem Attentat entstand durch eine vorgefundene Kapsel, die von einem Pionier als Zünder einer Flügelmine bezeichnet wurde, während einwandfrei festgestellt wurde, daß es sich um ein Zubehörteil des Automobils handelte…“

Angaben nach Luise-Berlin.de , Kurt Wernicke , März 2000