Zwei Jahre Mord

| 1921

E. J. Gumbel hat im Verlag Neues Vaterland ein kleines Buch erscheinen lassen: ›Zwei Jahre Mord‹. Es ist die wichtigste Publikation der letzten drei Jahre. E. J. Gumbel hat die politischen Mordtaten der Jahre 1918 bis 1920 kühl und sachlich gesammelt, alle, die von rechts und die von links, und er hat gleichzeitig ihre gerichtliche Aburteilung aufgezeichnet. Die Vorarbeiten machen den Eindruck der lobenswertesten Sorgfältigkeit; es ist nirgends ein Anhalt dafür zu finden, dass der Verfasser Tatsachen umgekrempelt hat, um irgendeinen Standpunkt zu verfechten. (Kurt Tucholsky, 1921)

Ein Jahr später erschien eine Fortsetzung: Vier Jahre Politischer Mord (1922)

„Durch Hunderte Mordanschläge und weitere Attentate stürzen die rechten Terroristen Deutschland während der ersten Jahre der Weimarer Republik in einen wahren Bürgerkrieg. Zu befürchten haben sie wenig. Selbst wenn sie häufig im Untergrund operieren müssen, werden sie von verlässlichen Komplizen in Armee und Innenministerien mit den nötigen Informationen versorgt“. (Die Zeit, Juli 2012)


"Zwei Jahre Mord" im Archiv:

  • Denunziert und erschossen in Berlin
    Bei einer nächtlichen Runde des Detachements v. Grothe trat ein unbekannt gebliebener Mann, der einen Ausweis des Reichswehrministers vorwies, auf den Leutnant Baum zu und sagte: ,,Herr Leutnant, lebt der Zigarrenhändler Müller noch? Wenn Sie den kriegen, erschießen Sie ihn, den habe ich zweimal hinter den Barrikaden gesehen!“ Baum begab sich nun am 12. März […]
  • Eingesperrt und erschossen
    Am 13. März 1919 wurden Paul Biedermann und Hans Gottschalk auf dem Wege zur Arbeit in der Friedrich-Karl-Straße [Berlin] auf Grund einer Denunziation verhaftet, in ein Lokal eingesperrt und vom Posten durch das Fenster erschossen. (,,Freiheit“, 18., 20. u. 22. März 1919.) in Zwei Jahre Mord (1921) Mehr dazu:Gottschalk 13. März 1919 Am 13. März […]
  • Erschossen und ausgeraubt
    Berthold Peters (geboren 28. März 1888) Klempner, seit Kriegsausbruch Matrose, wurde am 13. März 1919, vormittags 9:30 Uhr von einem Trupp Soldaten unter Führung eines Offiziers in seiner Wohnung, Tilsiter Str. 49, Berlin, verhaftet, zum Hauptmann Poll in die Patzenhoferbrauerei, von dort in die Bötzowbrauerei geführt und vor 1 Uhr erschossen. Die Leiche wurde ausgeplündert: […]
  • Im Maximiliankeller München erschossen
    Am 2. Mai 1919 wurde im Maximiliankeller München der Spengler Theodor Dietz von Truppen der Ebert – Noske – Regierung erschossen . Es gab keine Anklage gegen ihn, vermutlich wurde er vorher denunziert. Er war 30 Jahre alt und wohnte in der Grube 25 .  Die Akten vermerken zwei Hinterbliebene. Die Mörder blieben unbehelligt. in […]
  • In Harlaching ermordet
    Am 2. Mai 1919 wurde der Ingenieur August Dorfmeister aus der Siebenbrunnerstrasse in München in Harlaching von Truppen der Ebert – Noske – Regierung halb erschlagen und dann erschossen und ausgeplündert. Er war 28 Jahre alt. Die Akten vermerken vier Hinterbliebene. Zwei Jahre Mord (1921) Mehr dazu:Dorfmeister 2. Mai 1919 Der Ingenieur August Dorfmeister aus […]
  • Mitglied der Republikanischen Soldatenwehr erschossen
    Am 12. März 1919 wurde der Schneider Otto Hauschild , Fruchtstraße 26, am Ostbahnhof [ Berlin ] erschossen; weil er ein Gewehr in seiner Wohnung hatte; er besaß einen Ausweis der Republikanischen Soldatenwehr vom 10. März. (,,Freiheit“, 18., 20. u. 22. März 1919.) – Zwei Jahre Mord (1921) Mehr dazu:Hauschild 12. März 1919 Am 12. […]
  • Vier Jahre Politischer Mord
    Die folgenden Zeilen berichten über die politischen Morde, die seit dem 9. November 1918 in Deutschland vorgekommen sind. Dabei sind gleichmäßig die von Links und die von Rechts begangenen Morde dargestellt. Ein Fall wurde aufgenommen, falls es sich dabei um eine vorbedachte, gesetzwidrige, durch innerpolitische Motive verursachte Tötung eines namentlich bekannten Deutschen durch einen anderen […]
  • Zeugenaussage vor dem Kriegsgericht gegen die Mörder der 15 Arbeiter aus Bad Thal
    „Am 20. 3. 20 rückte ich mit dem 2. Zeitfreiwilligen-Bataillon, dessen Führer Fregattenkapitän v. Selchow war, nach Thüringen aus. Nach einer nächtlichen Eisenbahnfahrt gelangten wir am Morgen des 21. 3. in Herleshausen an. In einer kleinen Ortschaft unweit von H. kamen wir in Quartier. Am 22. 3., morgens, traten wir den Vormarsch über Hörschel nach […]


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