Der 49-jährige Schriftsteller Gustav Landauer aus der Lindenallee 8 in Grohadern bei München wurde am 2. Mai 1919 in Stadelheim von Freikorps und Reichswehrtruppen der Ebert – Noske – Regierung ermordet. Im wurden der Rock, die Stiefel, Hose, Mantel und Uhr gestohlen. Ein Täter wurde von der Anklage des Totschlages freigesprochen, weil er in dem Glauben sein konnte, nach Befehl zu handeln. Freiherr v. Gagern, der den Mord anführte und mit einer „schlegartigen Keule“ auf Gustav Landauer eingeprügelt hatte bekam vom Amtsgericht München am 13. September 1919 einen Strafbefehl über 300 Mark. Das Verfahren gegen weitere Beteiligte wurde eingestellt.
Gustav Landauer war Beauftragter für Volksaufklärung in der Münchener Räterepublik .


"Landauer" im Archiv:

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    „Am 2. Mai stand ich als Wache vor dem großen Tor zum Stadelheimer Gefängnis. Gegen 1:15 Uhr brachte ein Trupp bayrischer und württembergischer Soldaten Gustav Landauer, im Hof begegnete der Gruppe ein Major in Zivil (im Prozeß als Rittergutsbesitzer Freiherr V. Gagern festgestellt), der mit einer schlegelartigen Keule auf Landauer einschlug. Unter Kolbenschlägen und den Schlägen des […]
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    Wohl über keinen historischen Vorgang ist so viel gelogen worden wie über die deutsche Revolution von 1918. Drei Legenden insbesondere haben sich als zählebig bis zur Unausrottbarkeit erwiesen. Die erste ist besonders beim deutschen Bürgertum – auch heute noch – weit verbreitet. Sie besteht ganz einfach in der Leugnung der Revolution. Eine wirkliche Revolution, so […]
  • Massengrab im Gefängnis Stadelheim , München
    Außer Gustav Landauer wurden in den ersten Maitagen in Stadelheim noch über 30 wehrlose Gefangene von den Soldaten ohne weiteres Verfahren umgebracht. Herr Münchener Stadtrat Weigel teilt mir hierüber mit: An der Wand eines inneren Qefängnishofes, dessen Tor auf den Friedhof hmausführt, habe ich an der Mauer in Brusthöhe 50 bis 60 Gewehreinschläge gesehen. Rekognosziert […]
  • Politische Morde in der Weimarer Republik
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