Kategorie: Werke


Arbeitereinheit rettet die Republik

Arbeitereinheit_rettet_die_RepublikArbeitereinheit rettet die Republik – Dokumente und Materialien zur Niederschlagung des Kapp-Putsches im März 1920 – eingeleitet und zusammengestellt von Fritz Krause – erschienen 1970 im Verlag Marxistische Blätter GmbH Frankfurt am Main ( Marxistische Taschenbücher ) – Druck bei Plambeck & Co in Neumünster –

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Arbeiterpolitik

Arbeiterpolitik : Wochenzeitschrift für wissenschaftlichen Sozialismus lautete der Name einer legalen Wochenzeitung , die in Bremen von Juni 1916 bis März 1919 in einer Auflagenhöhe bis zu 3000 Exemplaren von Johann Knief herausgegeben wurde. Sie war die größte legale Zeitung der Linken in dieser Zeit. Finanziert wurde die Zeitschrift durch Sammlungen unter Bremer Arbeitern und durch Spenden. Sie wurde vorwiegend in Nordwestdeutschland verbreitet, hatte aber Abonnenten in ganz Deutschland. Auch Soldaten an der Front gehörten zu den Lesern , in der Schweiz gehörte z. B. Lenin zu den Beziehern…


Beitrag zur Geschichte und Soziologie des Ruhraufstandes vom März-April 1920

1921 erschienen. Das schmale Buch Ist die Doktorarbeit eines Düsseldorfer Soziologen aus bürgerlichem Elternhaus (der Vater war Oberlandesgerichtsrat), der später vom Statistischen Reichsamt In Berlin angestellt wurde, dann zum Institut für Weltwirtschaft in Kiel ging, 1933 nach den USA emigrierte und dort zum Chief Economist der National PIanning Association In Washington aufstieg.

Colm hat führende Personen der Arbeiterparteien und der ,,Roten Armee“, die ausnahmslos heute nicht mehr leben, interviewt oder mit ihnen korrespondiert und hat dabei, anders als Zickler, auch den Kontakt zu Kommunisten nicht gescheut. Bei dieser Gelegenheit hat er Einblick in Dokumente genommen, die heute nicht mehr erhalten sind, z. B. die Protokolle des Essener Zentralrats. Dadurch ist das Buch heute wertvolle Primarquelle.

Leider hat Colm 1933, bevor er Deutschland verließ, alle Unterlagen und Vorstudien vernichtete so daß alles, was er nicht in die Endfassung aufgenommen hat, endgültig verloren Ist. In seinen analytischen Fragestellungen wie in seinen systematischen Darlegungen Ist das Buch ungewöhnlich anregend und aufschlußreich. Das heißt nicht, daß wir mit allen seinen Thesen übereinstimmen.

Zum Beispiel unterscheidet Colm an einer zentralen Stelle unter dem Einfluß von Max Weber (der die Arbeit übrigens kurz vor seinem Tode selbst angeregt hatte) den „bürokratischen“ und den „demagogischen“ Führer (die letztere Bezeichnung entgegen dem üblichen Sprachgebrauch.

Der bürokratische Führer wirkt auf der Basis rationaler Überlegung im Rahmen einer „Organisation“, d.h. einer Form der Vergesellschaftung, die ebenfalls rational konstruiert ist zur „planmäßigen Erstrebung festgesetzter Zwecke“ (Partei, Gewerkschaft; der demagogische Führer wirkt in einer „Masse“, die sich zusammen findet „auf Grund momentaner, durch wechselseitige „Ansteckung“ verstärkter Erlebnisse“, kurz gesagt also auf der Basis des Affekts.

Colm sieht richtig, daß in dem Verhältnis von Organisation und Spontanität ein zentrales Problem liegt; wir glauben jedoch nicht, daß es mit diesen Kategorien zutreffend untersucht werden kann. Trotz dieser Einschränkung (und ähnlicher, die hier nicht ausgeführt werden sollen) ist das Buch von Colm das Beste, was in den 50 Jahren seither über den Ruhraufstand geschrieben worden ist.

( in Erhard Lucas : Märzrevolution im Ruhrgebiet , Band I )


Bremen in der deutschen Revolution

Bremen in der deutschen Revolution von November 1918 bis zum März 1919. . In einem geschichtlichen Überblick v. Paul Müller u. Wilhelm Breves und in Aufsätzen v. Gerhard Heile u.a. Mit mehreren Bildtafeln. Bremen, Leuwer, 1919. Orig.-Halbleinen. 259 S,
Breves, Wilhelm


Brennende Ruhr

Nicht ganz so konventionell In den Darstellungsmitteln und mit größerer Fähigkeit zur politischen Differenzierung ist der Roman von Karl Grünberg : ,,Brennende Ruhr“ geschrieben, erstmals 1927 erschienen. Doch ist Grünberg, ein Berliner KPD-Schriftsteller, kein Augenzeuge. Nur so ist wohl zu erklären, daß er zum Ort des Geschehens das 1920 vollkommen ruhige und uninteressante Sterkrade (im Roman “ Swertrup “ genannt) wählte.

Im Mittelpunkt steht der Werkstudent Ernst Sukrow, der in eine Unternehmertochter verliebt ist, die ihrerseits Im faschistischen Rugardbund organisiert Ist. Die Dienste für den Rugardbund, die sie von ihm verlangt — bis hin zum Mord an Arbeitern –, verweigert Sukrow jedoch. Er stellt sich bei Beginn der revolutionären Kämpfe auf die Seite des Arbeiter-Ausschusses, der seine Erfahrungen als Reserveoffizier so hoch einschätzt, daß er ihn zum Truppenführer der Swertruper Arbeiter ernennt.

Nach dem Zusammenbruch der Front vor Wesel flieht Sukrow ins Bergische Land; später wird er wieder Betriebschemiker. – Wie bei Marcbwitza fällt auch in diesem Roman das Auseinanderfallen von privatem und politischem Leben der Arbeiter auf.

in Ernst Lucas . Märzrevolution im Ruhrgebiet , Band I


Bürgerkrieg

1924 erschien von Hermann Schützinger ein kleines Buch mit dem Titel „Bürgerkrieg“. Der Verfasser war höherer Polizeioffizier in der staatlichen preußischen Polizei. Sein Ziel ist es, die richtige Strategie und Taktik bei der Bekämpfung von Aufständen, sei es von links oder von rechts zu entwickeln. Für Schützinger ist es selbstverständlich, daß nicht nur die Polizei, sondern auch das Militär im Innern zur ,,Erhaltung des Staates“, der ,,demokratischen Republik“ eingesetzt wird. Wichtig ist Ihm die Frage, nach welchen Grundsätzen der Einsatz erfolgt und seine Stellungnahme geht dahin, daß das nicht die Grundsät-ze des Militärs sein dürfen, die auf Vernichtung des Gegners zielen, sondern ,,die Polizei-Technik und -Taktik“.

Bei Aufständen von links zum Beispiel, argumentiert Schützinger, Ist es keine Kunst, militärisch gegen die rebellierenden Arbeiter vorzugehen; das Ergebnis wird sein, daß sie erst recht Ins Lager der Kommunisten (,,kleine Clique von Narren und Desperados“) getrieben werden. ,,Viel höher steht uns jedoch das Ziel, den Brandherd eines rebellierenden Industriegebietes zu löschen durch die gefühlsmäßige und tatsächliche Trennung der staatstreuen Arbeiterschaft von den antirepublikanischen Kampfgruppen und die Bändigung dieser aktivistischen Reste durch Isolierung und möglichst unblutige Beugung unter Recht und Gesetz.“ Diese Ausführungen, die Verfeinerung der alten ,,RädeIsführer“-Theorie, sind sozusagen die Anfänge der Polizeipsychologie in Deutschland.

Dabei ist es interessant zu sehen, wie die eigentlichen politischen Fragen zu Fragen der psychologisch geschickten Behandlung der Massen werden. Am Beispiel des Arbeiteraufstands von 1920 an der Ruhr (nach Schützinger der bisher einzige Arbeiteraufstand in Deutschland, der bis zum höchsten Stadium kam, nämlich zur Bildung einer geschlossenen Front gegenüber Militär und Polizei): hier seien, so Schützinger, von der militärischen Führung „Fehler“ und „Dummheiten“ gemacht worden, z. B. als der Vormarsch ins Ruhrgebiet vor den vertraglich festgesetzten Terminen begonnen wurde, als Standgerichte eingesetzt wurden, oder auch als zu Beginn des Aufstandes Truppen unter der alten Flagge der Monarchie ins Aufstandsgebiet einmarschierten. Solche „Fehler“ und „Dummheiten“ sollen künftig durch „staatsbürgerliche“ Erziehung von Polizei und Militär vermieden werden.

In gewisser Weise kann Schützinger als Sprachrohr seines obersten Vorgesetzten verstanden werden, eines führenden Sozialdemokraten, der 1919 von den beiden Regierungen des Reiches und des Landes Preußen als politischer Kommissar ins Ruhrgebiet entsandt wurde, und der dann selbst ab 1920 als preußischer Innenminister die von Schützinger formulierten Grundsätze in der staatlichen Polizei praktisch durchsetzte: Carl Severing . 1927 veröffentlichte Severing seine Erinnerungen an seine Tätigkeit im Ruhrgebiet unter dem Titel „1919 / 1920 im Wetter- und Watterwinkel“.

in Erhard Lucas : Märzrevolution im Ruhrgebiet , Band I



Das System Noske

Im Verlag der Freiheit (zu Berlin, Breite-Straße 8/9) ist ein lustiges kleines Heft von Felix Stössinger und Karl Holtz erschienen: »Das System Noske. Eine politische und satirische Abrechnung«

Die negativen Qualitäten Erich Ludendorffs sind bekannt. Die des deutschen Spießbürgers auch. Doch wo das Strenge mit dem Zarten, wo Starkes sich und Mildes paarten … Donnerwetter: welch ein Klang! Der Traum, der Lebenstraum des verprügelten Bürgers, auch einmal … , nicht immer nur die Hand in der Tasche ballen zu müssen, sondern selbst auch einmal … : dieser Traum hat sich an Gustav Noske im November 1918 erfüllt. Er durfte auch einmal.

Die ganze Radfahrernatur des deutschen Menschen: hier konnte sie sich aufs herrlichste bewähren. Ein kleiner Mensch, ein kleines Gehirn, ein Kerl ohne jedes Format und ohne Größe, ein Bourgeois-Ludendorff, ein Commis-Brigadier, ein Bürgergeneral: so steht er in diesem hübschen Heftchen da – lang, haarig, dußlig und unerhört impetuos. Die Zeichnungen von Karl Holtz sind gut; es kann nicht jeder (George) Grosz sein. Die ernste Vorrede von Felix Stössinger durchleuchtet den alten Knaben ganz. Eine lustige Prophezeiung Moszkowskis aus dem Jahrgang 1907 der Lustigen Blätter ziert das Buch – eine Prophezeiung, die so merkwürdig ist, dass ich sie ganz hersetzen muß:

Hervé will Soldatenstreik / Liebknecht spricht so ähnlich / Ledebour zeigt sich dem Heer / Auch nicht sehr versöhnlich / doch der Hoffnung letzten Rest / Soll man nicht verlieren / Eins steht heute bombenfest: / Noske wird parieren

Geht es mal in ferner Frist / Ans Kanonenfuttern / Denkt so mancher Reservist: / »Nee – ick bleib bei Muttern!« / Doch das soll uns Kampf und Schlacht / Nimmermehr vergällen / Denn es ist heut ausgemacht: / Noske wird sich stellen!

Kommandiert der Herr Major: / »Feuer vorn und hinten!« / Ruft ein arbeitsscheues Corps: / »Schmeiß mer fort die Flinten!« / Aber dennoch, Mut! nur Mut! / Laßts euch nicht verdrießen / Denn wir wissen absolut: / Noske, der wird schießen!

Noske schnallt den Säbel um / Noske geht aufs Ganze / Noske feuert bum, bum, bum / Noske stürmt die Schanze / Noske schreit hurra! hurra! / Noske hält die Wachen / Noske schießt Viktoria / Noske wirds schon machen!

Er hats gemacht.

Ignaz Wrobel (das ist Kurt Tucholsky ) , Die Weltbühne , 05.08.1920, Nr. 32, S. 171.


Der deutsche Bauernkrieg

„Friedrich Engels: Der deutsche Bauernkrieg“ – geschrieben im Sommer 1850, zuerst in: „Neue Rheinische Zeitung. Politisch-ökonomische Revue“, Fünftes und Sechstes Heft, Mai bis Oktober 1850, von Friedrich Engels zuletzt bearbeitet 1875.

Die letzte, von Friedrich Engels besorgte Ausgabe, ist von 1875.  Die Gliederung:  Vorbemerkung zum Zweiten Abdruck (1870) „Der deutsche Bauernkrieg“ / Ergänzung der Vorbemerkung von 1870 zu „Der deutsche Bauernkrieg“ / I. Die ökonomische Lage und der soziale Schichtenbau Deutschlands / II. Die großen oppositionellen Gruppierungen und ihre Ideologien – Luther und Münzer / III. Vorläufer des großen Bauernkrieges zwischen 1476 und 1517 / IV. Der Adelsaufstand / V. der schwäbisch-fränkische Bauernkrieg / VI. Der thüringische, elsässische und östreichische Bauernkrieg / VII. Die Folgen des Bauernkriegs