Kurt Eisner war Führer der Münchener Revolution vom 7. November und seither Ministerpräsident. Am 21. Februar wurde er auf dem Weg zum Landtag, wo er seinen Posten wegen der heftigen Angriffe gegen ihn niederlegen wollte (Mitteilung des WTB. vom 21. 2. 1919), in der Münchner Prannerstraße von dem [ rechtsradikalen ] 22-jährigen Leutnant Anton Graf von Arco auf Valley (1897-1945)  durch zwei Kopfschüsse getötet. Arco wurde gleich darauf von einem Mann der Begleitung Eisners niedergeschossen, jedoch später wiederhergestellt.

Am Ort des Attentats in der Promenadestraße (heute: Kardinal-Faulhaber-Straße) kam es in den folgenden Tagen immer wieder zu Menschenaufläufen. Vor einem eilig aufgestellten Mahnmal, das aus einem Kranz bestand, der das Portrait des Toten einrahmte und auf einer Gewehrpyramide befestigt war, wurden Blumen niedergelegt. Fotoaufnahmen des Mahnmals wurden als Postkarten in großer Stückzahl verbreitet.

Am 20. Januar 1920 wurde Arco zum Tode verurteilt. ,,Als der Verurteilte nach Verlesung des Todesurteils die Bitte an die ihm Wohlgesinnten richtete, von unüberlegten Taten abzusehen und am nationalen Aufbau mitzuarbeiten, erfolgte ein elementarer Beifallsausbruch der Zuhörerschaft, der sich in immer wiederholten Bravorufen und Händeklatschen minutenlang fortsetzte . . . Die Menge auf der Straße empfing den Transport mit brausenden Hochrufen, man schwenkte Hüte und wehte mit Tüchern.“ (,,Deutsche Tageszeitung“. 20. Januar 1920.)

Arco wurde gleich darauf zu lebenslänglicher Festungshaft begnadigt. Im Jahre 1922 wurde die Haft über Arco derartig gemildert, daß er tagsüber als Praktikant auf einem in der Nähe von Landsberg befindlichen Gut arbeiten kann.

„,“Quellen : Gumbel – Vier Jahre Politischer Mord (1922)
 Historisches Lexikon Bayerns –