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Revolution 1918-1919
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Luxemburg-Liebknecht-Mord
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Politische Morde in Weimar
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Sitzung des Arbeiter- und Soldatenrats

29. November 1918

Deutsche Revolution 1918 Bremer Räterepublik Protokolle

Seite: 1/4

Vorsitzer Henke (USPD): Es handelt sich darum, ob wir in so kurzer Zeit über diese Forderungen ins Reine kommen können. Wir müssen Punkt für Punkt vornehmen. [. . .] Vorsitzer des Soldatenrats Ecks schlägt vor, daß von jeder Richtung, Rechtssozialisten, Unabhängige, Linksradikale und Militärpartei, nur ein Redner zu jedem Punkte spricht. Vorsitzer Henke stellt fest, daß der Ausdruck »Militärpartei« wohl nur einen falschen Zungenschlag des Vorredners darstelle und nichts anderes als Soldatenrat bedeuten solle (Herr Ecks nickt zustimmend). Für die Delegation der demonstrierenden Arbeiter erhält dann Herr Knief das Wort. [. . .]

Vorsitzer Henke: [. . .] Er wisse nicht, wie die Arbeiter es sich vorgestellt hätten, daß die Entscheidung hier so schnell getroffen werden könnte. Die Versammlung unten habe sich ihre Forderungen sicherlich reiflich überlegt. Aber auch der Arbeiterrat müsse sich die Sache reiflich überlegen. [. . .] Mitglied des A.-Rates Deichmann (SPD) wendet sich gegen die Behauptung, daß die von Knief abgegebene Erklärung getragen werde von der bremischen Arbeiterschaft. Das sei seiner Ansicht nach unwahr. [. . .] Die Deputation der Arbeiterschaft der Atlas-Werke habe soeben im Namen von 2000 Mann, die dort beschäftigt seien, erklärt, daß sie an der Demonstration teilgenommen hätten, daß sie aber gegen Knief und seine Politik seien. Knief wäre also nicht berechtigt, mit solcher Dreistigkeit hier zu behaupten, daß seine Politik von der bremischen Arbeiterschaft getragen würde. [. . .]

Was will man denn in Wirklichkeit? Hier soll klipp und klar die Entscheidung getroffen werden, daß fortan nur Unabhängige und Linksradikale zusammenarbeiten und die Mehrheitssozialisten aus dem Aktionsausschuß und aus den Räten ausgeschifft werden sollen. Darüber soll hier die Entscheidung getroffen werden. Wir sehen dieser Entscheidung mit aller Ruhe entgegen. Die Diktatur sei eine Klassenherrschaft, und gegen eine solche hätte sich der Sozialismus immer gewandt. Die Diktatur führe zu nichts Gutem für das deutsche Proletariat, auch zu nichts Gutem für das Proletariat Rußlands oder das der anderen Länder. Die Demokratie müsse das Fundament des sozialistischen Staates sein, den man aufrufen wolle. [. . .] Redner versuchte dann, seine Ansichten über den Gang der Vergesellschaftung der Produktionsmittel darzulegen, wurde aber durch den Zuruf eines Delegationsmitgliedes unterbrochen: »Das geht uns hier nichts an, draußen wartet die Menge und stürmt hier die Bude, wenn nicht bald die Entscheidung fällt.« Die Deputation ist inzwischen auf etwa 25 Personen, darunter einige Frauen, angewachsen.

Vorsitzer Henke (USPD): Die Verantwortung dafür trifft Sie (zu der Delegation), die Sie die Massen hierher geführt haben. Er ersucht die Redner, sich kurz zu fassen. Ein Antrag auf Beschränkung der Redezeit auf fünf Minuten wird angenommen.

- Protokoll der Sitzungen des Arbeiter- und Soldatenrats in Bremen , Sitzung vom 29. November 1918 -- abgedruckt in Revolution und Räterepublik in Bremen (1969)




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