Willkürliche und standrechtliche Erschiessungen der Arbeiter im Anschluß an den Kapp-Putsch vom 13. März 1920
Der Weiße Terror bezeichnet die gewaltsamen Unterdrückungsmaßnahmen im Rahmen von Konterrevolutionen. Der Begriff leitet sich von der Flagge der Bourbonen ( Französiche Revolution ) her mit ihren goldenen Lilien auf weißem Untergrund.
Die Kaserne des Freikorps Schulz in Mülheim wird ein vorrangiges Ziel der sich bildenden Roten Armee. So hatten die Arbeiter die Kämpfe in Essen nicht gewollt und auch nicht eingeplant, ihr Ziel war Mülheim . In der Stadt hatte schon am ersten Tag des Generalstreiks (15. März) eine große Zahl von Arbeitern die zur Kaserne fuhrende Kaiserstraße besetzt. Der obere Teil der Straße war durch das Freikorps und berittene Polizei besetzt. Abends zog sich die Menge in die Innenstadt zurück.
Am Mittwoch, dem 17. März, wurden nach dem Zusammenbruch des Berliner Militärputsches durch das energische Auftreten unserer Genossen vor dem Gewalthaber Czettritz die Verhafteten entlassen. Der Generalstreik wurde verschärft, da Czettritz mit der meuternden Garnison und den gewalttätigen Zeitfreiwilligen gar nicht daran dachte, durch das Zurückziehen der wildgewordenen Soldateska in die Kasernen in Halle wieder „Ruhe und Ordnung", die sie dauernd im Maule führten, eintreten zu lassen.
Die Zeitfreiwilligen überboten sich gegenseitig an Gewalttätigkeiten. Noch am Vormittag zerschlug ein Führer der Zeitfreiwilligen die Scheiben am Aushängekasten einer Zeitung in der Großen Ulrichstraße. Ein anderer warf Ecke Ulrich- und Jägerstraße zwei Handgranaten. Die Oberin des Marthastiftes, Frau Oberin Augustine Rach , büßte dadurch ihr Leben ein. Vor den Toren Halles, bei Ammendorf und Beesen , standen bewaffnete Arbeiter, die das angreifende Militär zurücktrieben.
Am Abend des 18. März 1920 warfen Soldaten des Freikorps Schulz eine Eierhandgranate in eine Menge auf dem Kaiserplatz in Mühlheim und töteten zwei Arbeiter im Alter von 23 Jahren.
Das Militär begann schon am Sonnabend, dem 20. März 1920, mit neuen Absperrungen, und bereits um 11 Uhr vormittags waren neue Kämpfe im Gange. Das Gamisonkommando hatte den Waffenstillstand durchbrochen, indem es am Vormittag zwei Kompanien über die Peißnitzbrücke nach Nietleben vorschickte. Panzerautos rasten auch an diesem Tag wie toll in der Stadt herum und richteten großes Unheil an.
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Grenzgänger & Frank Baier: 1920 - Lieder der Märzrevolution
(Preis der deutschen Schallplattenkritik)
Das ist ein pures intellektuelles und ästhetisches Vergnügen, lehrreich und unterhaltsam zugleich. Diese CD gehört in jede Schulbibliothek. Auch wenn sie, was zu befürchten ist, beim nächsten PISA-Test nicht abgefragt werden sollte. Thomas Rothschild (Titel-magazin.de)