Albatros-Werft in Hirschgarten angegriffen

Am 15. März 1920 wurde gegen 13.30 Uhr von ca. 20 bewaffneten Arbeitern die Albatros- Werft in Hirschgarten ( bei Berlin ) angegriffen und die dort stationierten Soldaten entwaffnet. Die alarmierte Polizei konnte durch Verhandlungen mit dem Stadtverordneten Otto Nickel (SPD) nur erreichen, daß dieser zusagte, die Waffen in der 1. Gemeindeschule in der Amtstraße einzulagern. Auf Grund des Druckes der Arbeiterschaft wurden schließlich diese Waffen unter Kontrolle des Stadtverordneten Alfred Rebe (KPD) an Arbeiter ausgegeben.

Parallel zu den spontanen Aktionen der Arbeiter liefen im Köpenicker Magistrat Verhandlungen über die Schaffung einer Einwohnerwehr. Da der Streit um die paritätische Verteilung der Waffen zwischen Anhängern der Arbeiterparteien und solchen der bürgerlichen Parteien nicht beigelegt werden konnte, kam es nicht zur Bildung einer Einwohnerwehr. Als sich aber die Gerüchte über in der Umgebung plündernde Truppen verstärkten, stimmte der Magistrat der Verstärkung der Wachen an den Lebensmitteldepots durch bewaffnete Arbeiter zu.

Quelle: Gerd Lüdersdorf : Der Köpenicker Blutsonntag (Luise-Berlin.de)