Hervé will Soldatenstreik Liebknecht spricht so ähnlich Ledebour zeigt sich dem Heer Auch nicht sehr versöhnlich doch der Hoffnung letzten Rest Soll man nicht verlieren Eins steht heute bombenfest: Noske wird parieren
"Dann kommt die Katastrophe. Alsdann wird in Europa der große Generalmarsch geschlagen, auf den hin 16 bis 18 Millionen Männer, die Männerblüte der verschiedenen Nationen, ausgerüstet mit den besten Mordwerkzeugen gegeneinander als Feinde ins Feld rücken. Aber nach meiner Überzeugung steht hinter dem großen Generalmarsch der große Kladderadatsch. Hinter diesem Kriege steht der Massenbankrott, steht das Massenelend, steht die Massenarbeitslosigkeit, die große Hungersnot. ...Ihr seid gewarnt".
Henke (USPD): Es wird die Zeit kommen, wo die Revolution auch an unsere Türen klopft. Einmal wird sie kommen, ja, sie klopft schon jetzt an die Tür. Wir sehen kommen den Kampf der Arbeiter-Organisationen gegen die herrschenden Klassen. Ganz sicher, es wird auch bei uns zur Revolution kommen, und diese Revolution wird sich zeigen nicht als ein stilles Wässerlein, in dem die Frösche quaken, sondern als ein Ozean, dessen Wogen über die Landesgrenzen gehen. Es wird nicht helfen, daß man Schutzdämme dagegen errichtet, wie eben jetzt in der Ukraine geschehen soll. Das ist nicht möglich auf die Dauer.
Die Revolte der Matrosen und Soldaten vom November 1918 fand im Ruhrgebiet so gut wie keinen Widerstand. Das überrascht nicht, hatte doch die preußische Militärverwaltung aus Sorge vor roter Infizierung der Truppe nur eine einzige Garnison im Revier errichtet, In Mülheim, dem „rheinischen Potsdam". Und auch das hier liegende Reserveregiment schloß sich sofort der revolutionären Bewegung an; eine Gruppe von Soldaten hatte bereits seit Wochen Kontakt mit den Mülheimer Linksradikalen. Das ganze Revier war seit Monaten der Unterschlupf von Deserteuren, die nun das Auftauchen der revolutionären Matrosen und Soldaten als Ende ihres illegalen Daseins begrüßten. Ein letzter Versuch des Kommandierenden Generals in Münster, mit eilig aus der Westfront gezogenen Elitetruppen die Bewegung zu ersticken, zerschlug sich - es gab einfach keine „zuverlässigen" Truppen mehr.
Die Matrosen und Heizer versuchten, ein erneutes Auslaufen ihres Geschwaders zu verhindern und die Freilassung ihrer 47 Kameraden von der „Markgraf“ zu erreichen. Etwa 250 von ihnen trafen sich dazu am Abend des 1. November im Kieler Gewerkschaftshaus. Sie schickten Delegationen zu den Offizieren, die aber nicht angehört wurden. Daraufhin suchten sie verstärkt Kontakt zu Gewerkschaften, USPD und MSPD .
176 Beiträge zu Die deutsche Revolution von 1918 im Archiv (36 Seiten, 5 pro Seite)
Grenzgänger & Frank Baier: 1920 - Lieder der Märzrevolution
(Preis der deutschen Schallplattenkritik)
Das ist ein pures intellektuelles und ästhetisches Vergnügen, lehrreich und unterhaltsam zugleich. Diese CD gehört in jede Schulbibliothek. Auch wenn sie, was zu befürchten ist, beim nächsten PISA-Test nicht abgefragt werden sollte. Thomas Rothschild (Titel-magazin.de)