Henke (USPD): Es wird die Zeit kommen, wo die Revolution auch an unsere Türen klopft. Einmal wird sie kommen, ja, sie klopft schon jetzt an die Tür. Wir sehen kommen den Kampf der Arbeiter-Organisationen gegen die herrschenden Klassen. Ganz sicher, es wird auch bei uns zur Revolution kommen, und diese Revolution wird sich zeigen nicht als ein stilles Wässerlein, in dem die Frösche quaken, sondern als ein Ozean, dessen Wogen über die Landesgrenzen gehen. Es wird nicht helfen, daß man Schutzdämme dagegen errichtet, wie eben jetzt in der Ukraine geschehen soll. Das ist nicht möglich auf die Dauer.
Die heute am 4. November 1918 im "Casino" tagende, von über 6000 Männern und Frauen besuchte Volksversammlung fordert zum Zwecke der beschleunigten Herbeiführung des Friedens die sofortige Herbeiführung eines Waffenstillstandes zwecks Beginn von Friedensverhandlungen. Sie protestiert aufs schärfste gegen alle Treibereien, die eine Verlängerung des Krieges zum Ziele haben.
Am Morgen des 6. Novembers forderte eine angereiste Abordnung von meuternden Matrosen aus Kiel Unterstützung von den Arbeitern der AG "Weser" in Gröpelingen bei der Befreiung von zweihundertdreißig inhaftierten Marinern aus dem Gefängnis in Oslebshausen. Auf dem Hauptbahnhof Bremen meuterten zur selben Zeit Matrosen aus Wilhelmshaven , die in ein Lager in der Lüneburger Heide transportiert werden sollten. In der Kaserne am Neustadtswall weigerten sich etwa einhundert Soldaten, in die Etappe auszurücken.
Sitzung des Arbeiterrates am 7. November 1918. Tagesordnung: Wahl der Mitglieder zum Aktionsausschuß. Genosse Henke führt aus: "Am zweiten Tage der Revolution stehen wir heute zusammen, um das gestern begonnene Werk zu stärken und gegen Anfechtungen von außen zu schützen. Das von den Soldaten begonnene Werk müssen wir jetzt vereint mit ihnen vollenden. Es ist deshalb notwendig, daß aus den Reihen des Arbeiterrates jetzt die energischsten und fähigsten Köpfe in den Aktionsausschuß gewählt werden."
68 Beiträge zu Bremer Räterepublik (Räterepublik Bremen) im Archiv (14 Seiten, 5 pro Seite)
Grenzgänger & Frank Baier: 1920 - Lieder der Märzrevolution
(Preis der deutschen Schallplattenkritik)
Das ist ein pures intellektuelles und ästhetisches Vergnügen, lehrreich und unterhaltsam zugleich. Diese CD gehört in jede Schulbibliothek. Auch wenn sie, was zu befürchten ist, beim nächsten PISA-Test nicht abgefragt werden sollte. Thomas Rothschild (Titel-magazin.de)