Der Militärputsch vom 13. März 1920 war eine lebensgefährliche Bedrohung für die junge Weimarer Republik. Der politische Kopf der Putschisten, der rechtsradikale Politiker Woifgang Kapp, hatte ein Programm, das auf eine Kanzlerdiktatur, die Entmachtung der Parteien und den Einbau aller Verbände einschließlich der Gewerkschaften in einen autoritären Korporativstaat hinauslief. Das Unternehmen einmal in Gang gesetzt, konnten die Putschisten hoffen, daß die Dynamik von Putsch und Bürgerkrieg das Militär in die politische Schlüsselposition bringen würde. Wenn sie gesiegt hätten, wäre ein politisches System nach Art von Franco-Spanien die Folge gewesen.
Heiho! Die Schüsse hell der Aufruhr steht in Flammen da sind wir augenblicks zur Stell und hau´n den Feind zusammen Ein jeder ist von uns ein Held im Haß und in der Liebe Wir sind Brigade Loewenfeld hier setzt es deutsche Hiebe
Es ist das Zeichen einer wahren Demokratie, daß sie in Zeiten der Todesgefahr ihren Diktator findet. Auch England und Frankreich taten das. Wenn Deutschland anders handelt in der heutigen Lebensgefahr, wird es kaum wieder hochkommen. Es muß gehandelt, nicht verhandelt werden. Es tut mir leid, Ihnen keine andere Entschließung mitteilen zu können, Ihrem Rufe würde ich gerne unter anderen Umständen gefolgt sein.
Bereits vor dem Staatsstreich waren in Ostpreußen von Militär- und Zivilbehörden „schwarze Listen" angelegt worden zur Verhaftung von Arbeiterführern „aller linksstehenden Parteien" (vgl. den Bericht des Reichs- und Staatskommissars für Ostpreußen, Borowski, vom 3. Juli 1920, DZA Merseburg, Rep. 90a Abt. D Tit. I l Nr. 31 Bd. I, Bl. 143—160). Tatsächlich wurden dann unmittelbar vor dem Putsch die Führer der KPD und USPD verhaftet, um die Aktionen der ostpreußischen Arbeiter gegen die Putschisten zu lahmen (vgl. den Bericht des Oberpräsidenten der Provinz Ostpreußen vom 3. April 1920, DZA Potsdam, Reidism. d. I., Nr. 12257, Bl. 335—338).
Der Berliner Lokal-Anzeiger meldet am 13. März 1920 in einem zweiten Extrablatt , daß Kapp und Lüttwitz eine neue Regierung gebildet haben. "Bisher kein Schuß gefallen" titel das Blatt.
234 Beiträge zu Die Märzrevolution 1920 im Anschluss an den Kapp-Putsch im Archiv (47 Seiten, 5 pro Seite)
Grenzgänger & Frank Baier: 1920 - Lieder der Märzrevolution
(Preis der deutschen Schallplattenkritik)
Das ist ein pures intellektuelles und ästhetisches Vergnügen, lehrreich und unterhaltsam zugleich. Diese CD gehört in jede Schulbibliothek. Auch wenn sie, was zu befürchten ist, beim nächsten PISA-Test nicht abgefragt werden sollte. Thomas Rothschild (Titel-magazin.de)