Willkürliche und standrechtliche Erschiessungen der Arbeiter im Anschluß an den Kapp-Putsch vom 13. März 1920
Der Weiße Terror bezeichnet die gewaltsamen Unterdrückungsmaßnahmen im Rahmen von Konterrevolutionen. Der Begriff leitet sich von der Flagge der Bourbonen ( Französiche Revolution ) her mit ihren goldenen Lilien auf weißem Untergrund.
Holsterhausen bei Dorsten : In der Nacht vom 2. zum 3. April 1920 wurden drei Bergleute von Soldaten in ihrer Wohnung verhaftet und abgeführt. Nur einer kehrte zurück und gab an, er habe Schüsse fallen gehört. Daraufhin wurde am 7. April ein Gehölz in der Nähe der Beamtenkolonie abgesucht. Unter frisch aufgeworfener Erde wurde die beiden vermissten erschossen aufgefunden.
Weitere Morde der Sipo : Duisburg – Beeck . Paul Langer , Bergmann und Knappschaftsältester, ein in der sozialistischen Arbeiterbewegung erfahrener Mann, während des Aufstands Organisator der örtlichen Arbeiterwehr, wurde in der Nacht vom 3. zum 4. April, gegen 23 Uhr, von mehreren Sipos in seiner Wohnung verhaftet und zu einer Polizeiwache abgeführt (die Haussuchung war ergebnislos verlaufen, doch soll Langer gesagt haben, „er wisse im sog. Beeckerwerth eine Stelle, wo Waffen vergraben seien und er sei bereit, die Beamten dort hinzuführen"). Nach Mitternacht wurde er auf der in der Nähe der Wache liegenden Schützenwiese erschossen. —
Am Morgen des 4. April wurde in Hamborn ein Arbeiter von Soldaten gezwungen , in einem Garten ein Loch auszuheben. Angeblich lief er dabei weg und wurde erschossen. Auf Anfrage erklärte Major Schulz , das Verbot von Erschießungen sei erst um 11:30 bei ihm eingegangen.
Am 3. April 1920 führte gegen 10 Uhr ein Unteroffizier des Freikorps Aulock mit einem Begleitkommando vier Bergleute, die von einem im Rathaus tagenden Standgericht zum Tode verurteilt worden waren, unter Kolbenstößen zum Stadtgarten ( Otto Ernst aus Bockholt , Georg Engelmann und Emil Suhr aus Langenbochum und Ernst Brockhaus aus Linden , Alter der vier zwischen 18 und 21 Jahren). Hier inszenierte er vor einer zusammenlaufenden Zuschauerschar, darunter Kindern, eine Erschießung, die die Praktiken der SS auf Hitlers Ostfeldzug vorwegnahm.
Am 3. April 1920 wurden um 12 Uhr in Recklinghausen vier Männer, die das Standgericht im Rathaus zum Tode verurteilt hatte, im Hof des Amtsgerichts erschossen (die Bergleute HeinrichWeber aus Recklinghausen, 33 Jahre alt, Peter Taus , 19 Jahre alt, und Joseph Henrijch, 21 Jahre alt, beide aus Erkenschwick , und der Zauberkünstler Franz Biege , 34 Jahre alt ), in der folgenden Nacht der Bergmann Hermann Blankenkrodt aus Weitmar , knapp 24 Jahre alt.
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Grenzgänger & Frank Baier: 1920 - Lieder der Märzrevolution
(Preis der deutschen Schallplattenkritik)
Das ist ein pures intellektuelles und ästhetisches Vergnügen, lehrreich und unterhaltsam zugleich. Diese CD gehört in jede Schulbibliothek. Auch wenn sie, was zu befürchten ist, beim nächsten PISA-Test nicht abgefragt werden sollte. Thomas Rothschild (Titel-magazin.de)